Eine besondere Aufgabe stand mir bei diesem Ring bevor. Der «alte» Ehering aus Rotgold sollte ein neues Zuhause in einem frischen Kleid finden. Hierzu arbeitete ich ihn in ein breites Textura-Modell ein.
Das Understatement ist Konzept: Von aussen sieht man nur einen breiten, modernen Ring mit viel Struktur, doch nur die Trägerin weiss ob dem geheimnisvollen Innenleben Bescheid. Den originalen Ehering trägt sie direkt auf der Haut.
Umarbeiten ohne einzuschmelzen
Wenn jemand mit einem alten Ehering zu mir kommt, ist die naheliegende Lösung das Einschmelzen: Das Gold wird zu neuem Material und der alte Ring verschwindet darin. Bei diesem Auftrag ging es anders, und diese Variante empfehle ich immer dann, wenn am Stück selbst etwas hängt.
Der originale Ring bleibt vollständig erhalten. Er wird nicht getrennt, nicht geschmolzen, nicht verändert. Was dazukommt, ist ein neuer, breiterer Ring, der ihn aufnimmt. Aussen sieht man ein zeitgemässes Stück mit Struktur, innen liegt der alte Ring und berührt weiterhin die Haut.
Für viele ist das der Unterschied, auf den es ankommt. Ein eingeschmolzener Ring ist als Material noch da, als Gegenstand aber nicht mehr. Hier ist er beides.
Was dabei zu bedenken ist
Zwei Dinge klären wir vorher.
Erstens die Grösse. Der alte Ring gibt den Innendurchmesser vor, und der neue baut darauf auf. Wenn der alte Ring nicht mehr passt, muss er zuerst angepasst werden, und das ist bei einem Erinnerungsstück eine Entscheidung, die man bewusst trifft. Ob und wie eine Anpassung möglich ist, hängt vom Ring ab, mehr dazu in Ring zu gross oder zu klein?
Zweitens die Breite. Ein Ring, der einen anderen aufnimmt, wird zwangsläufig breiter und schwerer als der ursprüngliche. Wer bisher einen feinen Ring getragen hat, muss das ausprobieren, bevor wir es festlegen. Deshalb arbeite ich hier gerne mit einem Modell zum Anprobieren.
Und ein Materialhinweis: Alter Rotgoldring in einem neuen Ring aus anderem Material ergibt einen Farbunterschied an der Innenkante. Das kann man verstecken oder bewusst zeigen. Bei diesem Ring war das Verstecken Teil der Idee.
Warum mir solche Aufträge liegen
Weil sie eine Aufgabe stellen, die über Gestaltung hinausgeht. Es geht darum, etwas Vorhandenes so weiterzuführen, dass es nicht verloren geht und trotzdem wieder getragen wird. Ein Ring in einer Schublade nützt niemandem.
Wenn Sie ein Stück haben, das Sie nicht hergeben, aber auch nicht mehr tragen, bringen Sie es mit. Ich sehe es an und sage Ihnen, was möglich ist, bevor irgendetwas verändert wird. Melden Sie sich bei mir.








Die Idee ist klasse