«Wilde» Trauringe aus Palladium mit Feingold-Adern
Früher ein Geheimtipp, heute bereits wertvoller wie Gold oder Platin. Das ist Palladium.
Es ist irgendwie verrückt, wie sich dieses begehrte Edelmetall die letzten Jahre entwickelt hat. Das Material besticht durch seine reine weisse Farbe und hohe Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse. Palladium gehört zur Familie der Platinmetalle und hat einen extrem hohen Schmelzpunkt von über 1550°C.
Reines Gold, sogenanntes Feingold, schmilzt bereits bei 1064°C… und damit erklärt sich auch schon, wie diese beiden Trauringe hergestellt werden können. Zuerst gestalte ich den Hauptring aus Palladium. Er wird von Hand geschmiedet, so dass die Hammerschläge ersichtlich bleiben. Danach habe ich die Adern vorbereitet und Feingold geschmolzen und hinein fliessen lassen.
Nachfolgend einige Bilder, welche den Werdegang zeigen:
Warum die Schmelzpunkte entscheiden
Der Kern dieser Technik steckt in zwei Zahlen. Palladium schmilzt bei über 1550 Grad, Feingold bereits bei 1064 Grad. Zwischen diesen beiden Werten liegt ein Fenster von fast 500 Grad, und genau darin arbeite ich.
Ich kann das Gold flüssig machen und in die vorbereiteten Rillen des Palladiumringes fliessen lassen, ohne dass der Ring selbst weich wird oder seine Form verliert. Bei zwei Metallen mit ähnlichem Schmelzpunkt wäre das nicht möglich, dort würde das Werkstück mitschmelzen.
Praktisch ist das trotzdem heikel. Das Gold muss heiss genug sein, um zu fliessen und die Rille vollständig zu füllen, und es muss schnell genug erstarren, damit es nicht davonläuft. Und die Rille muss so gearbeitet sein, dass sich das Gold darin verankert, sonst löst es sich später. Beim Abkühlen ziehen sich beide Metalle unterschiedlich stark zusammen, was zusätzliche Spannung bedeutet.
Warum Feingold und nicht legiertes Gold
Feingold ist reines Gold, in der Praxis 999er. Es ist weich, weshalb man daraus keinen ganzen Ring machen würde, in einer Ader ist das aber unerheblich, weil das umgebende Palladium die Belastung trägt.
Was Feingold mitbringt, ist die Farbe. Reines Gold ist deutlich intensiver gelb als jede Legierung, weil kein Silber oder Kupfer den Ton verschiebt. Neben dem kühlen Weissgrau von Palladium ist dieser Kontrast so stark, wie er nur werden kann. Mit 750er Gelbgold wäre die Wirkung blasser.
Handgeschmiedet mit sichtbaren Hammerschlägen
Der Palladiumring ist von Hand geschmiedet, und die Hammerschläge bleiben sichtbar. Das ist eine Entscheidung gegen die glatte Fläche und für die Spur der Arbeit.
Beim Schmieden wird das Gefüge des Metalls verdichtet, das Material also belastbarer, als es gegossen wäre. Und eine geschmiedete Oberfläche altert freundlicher: Kratzer verschwinden in der Unruhe der Schläge, statt als Linien sichtbar zu bleiben.
Ein Wort zum Materialwert: Der Beitrag stellt fest, dass Palladium teurer geworden ist als Gold. Solche Verhältnisse verschieben sich mit dem Markt und können sich wieder umkehren, weshalb ich hier keine Zahlen nenne. Was heute gilt, sage ich Ihnen im Gespräch, bevor wir etwas festlegen.
Weitere Materialien und Oberflächen finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.












