Der Natur abgeschaut: Ein besonderer Fingerring aus Titan
Ringe sind normalerweise unendlich… doch bei diesem besonderen Schmuckstück, ging ich bei der Gestaltung einen anderen Weg. Ich war gerade mit dem Zurechtschneiden unserer Rebe beschäftigt, als mir die spiralförmigen Ausleger der Pflanze auffielen. Kurz darauf faszinierte mich zudem die holzige Oberfläche des Rebenstocks. Das war Inspiration pur für dieses besondere Ringmodell.
Ich fertigte es in meiner Goldschmiede-Werkstatt. Der spiralförmige Ring mit seiner organischen Oberfläche stellte ich aus Titan her. Als augenfällige Besonderheit platzierte ich einen grossen, naturfarbenen Brillanten ins Zentrum.
Hier noch ein Making Of-Bild, welches den unvollendeten Ring zeigt:
Wenn die Form nicht rundherum läuft
Fast jeder Ring ist ein geschlossener Kreis, und das hat einen guten Grund: Er ist stabil, er sitzt gleichmässig, und er lässt sich einfach in der Grösse anpassen. Bei diesem Ring bin ich davon abgewichen und habe die Spirale offen gelassen, so wie der Ausleger einer Rebe sich einrollt und irgendwo aufhört.
Handwerklich verlangt das mehr Aufmerksamkeit. Eine offene Form hat ein Ende, und dieses Ende muss ausgearbeitet sein, es darf nicht wie abgeschnitten wirken. Die Spannung muss stimmen, sonst verformt sich der Ring beim Tragen. Und die Auflage am Finger braucht mehr Sorgfalt, weil das Gewicht nicht gleichmässig verteilt ist.
Bei einer Spiralform kommt hinzu, dass sich die Grösse später schwerer verändern lässt als bei einem geschlossenen Band. Das gehört zum Beratungsgespräch, bevor die Entscheidung fällt. Was bei welcher Ringform möglich ist, habe ich in Ring zu gross oder zu klein? aufgeschrieben.
Die Natur als Vorlage
Ich schaue mir Formen gerne in der Natur ab, und die Rebe ist ein besonders dankbares Vorbild. Sie liefert beides: die Bewegung der Spirale und die raue, gefurchte Oberfläche des Holzes. Beides zusammen ergibt einen Ring, der gewachsen wirkt und nicht konstruiert.
Für die Oberfläche heisst das, dass sie unregelmässig sein muss. Eine gleichmässig mattierte Fläche wirkt technisch, eine regelmässige Struktur wirkt gemustert. Was nach Holz aussehen soll, braucht Zufall, und der lässt sich nicht mit einem Werkzeug in einem Zug erzeugen. Man arbeitet ihn in mehreren Durchgängen heran und muss unterwegs entscheiden, wann es genug ist.
Der naturfarbene Brillant
Im Zentrum sitzt ein grosser naturfarbener Brillant. Naturfarben, auch fancy genannt, heisst, dass die Farbe des Diamanten von der Natur kommt und nicht aus einer Behandlung. Bei gelben und braunen Tönen entsteht sie durch Stickstoff im Kristallgitter.
Zu einem Ring, der von einer Pflanze abgeschaut ist, passt ein solcher Stein besser als ein makellos weisser. Ein farbloser Diamant im Idealschliff wirkt neben einer rauen Titanoberfläche fremd, ein warmer gelber Ton fügt sich ein. Bei der Fassung habe ich darauf geachtet, dass der Stein tief genug sitzt, um die Kanten zu schützen.
Wenn Sie einen Ring mit einem besonderen Stein möchten, sehen wir uns die Möglichkeiten am besten gemeinsam an. Mehr dazu auf meiner Seite zu Verlobungsringen.








