Eheringe in reinster Ingenieurskunst
Das verliebte Paar betrat vor einiger Zeit mein Geschäft, interessierten sich für Trauringe. Ich zeigte den Beiden zahlreiche bereits realisierten Eheringe, Modelle und Muster, was das Paar offensichtlich inspirierte. Beim nächsten Besuch hatten sie bereits konkrete Vorstellungen und Skizzen dabei. Die Ringe sollten dreifarbig gestaltet sein, zum Einsatz kommen Titan, Rotgold und Carbon. Die Verhältnisse der verschiedenen Materialien folgten genauen Berechnungen des Bräutigams, seines Zeichens Ingenieur. Das Ziel in sich vollkommene Trauringe zu schaffen.
Inzwischen sind die Beiden glücklich verheiratet, die Ringe zieren die Hände des Brautpaars. Es war mir eine grosse Freude, die Wünsche der beiden Verliebten umzusetzen und ein ganz persönliches Zeichen ihrer Liebe fertigen zu dürfen. Ich wünsche den Beiden von Herzen alles Gute!
Drei Materialien und die Frage der Verhältnisse
Dass die Anteile hier berechnet wurden, finde ich weniger ungewöhnlich, als es klingt. Bei drei Materialien in einem Ring entscheiden die Verhältnisse tatsächlich über alles.
Bei zwei Materialien trägt der Kontrast von selbst. Bei drei muss eines führen und die anderen begleiten, sonst findet das Auge keinen Halt. Wer alle drei gleich breit macht, bekommt ein Streifenmuster und keinen Ring mit Charakter.
Ob man diese Verhältnisse rechnet oder legt und schaut, bis es stimmt, führt zum selben Ergebnis. Der Goldene Schnitt, mit dem ich gelegentlich arbeite, ist am Ende auch nur eine Zahl, die man aus dem Verhältnis fünf zu drei ableitet. Dass ein Ingenieur den Weg über die Rechnung nimmt, hat mir Freude gemacht, und das Ergebnis war stimmig.
Was diese drei Materialien mitbringen
Titan ist grau, matt, sehr hart und ausgesprochen leicht. Es lässt sich nicht wie Gold löten, weshalb es geschweisst oder mechanisch verbunden werden muss.
Rotgold bekommt seinen warmen Ton durch einen höheren Kupferanteil und ist etwas härter als Gelbgold. Es ist das Material, das die Wärme in einen sonst kühlen Ring bringt.
Carbon besteht aus Kohlenstofffasern in Harz, ist tiefschwarz, federleicht und behält seine Farbe, weil sie im Material liegt.
Die Reihenfolge ist gestalterisch wichtig: Rotgold neben Carbon ergibt den stärksten Kontrast, warm gegen tiefschwarz. Titan zwischen beiden wirkt als Vermittler.
Handwerklich zwingt die Kombination zu einer festen Abfolge. Alles, was Hitze braucht, muss vor dem Carbon geschehen, und alles am Titan muss ohne Lot gelöst werden.
Was bei drei Materialien zu bedenken ist
Ein Punkt gehört immer ins Gespräch: Je mehr Materialien in einem Ring stecken, desto schwieriger wird eine spätere Grössenänderung. Bei Carbon ist sie praktisch ausgeschlossen, bei Titan begrenzt.
Wir nehmen bei solchen Ringen die Grösse besonders sorgfältig, und ich frage ausdrücklich, ob eine Veränderung absehbar ist. Mehr dazu in Ring zu gross oder zu klein?
Wenn Sie eigene Skizzen oder Berechnungen mitbringen möchten, sehr gerne. Alles zu Materialien und Ablauf auf meiner Seite zu Trauringen.








extrem aesthetische Handfertigkeit der Goldschmiedin! die Kombination von Materialien und Texturen ist faszinierend!