Auch dieses Jahr werde ich an der etwas anderen Hochzeitsmesse im Schloss Wartensee ausstellen und dabei meine Goldschmiedekünste live präsentieren. Hierzu nehme ich wieder meinen Goldschmiedewerkbank und Schmiedestock mit. Wahrscheinlich wird man mich im ganzen Haus hören, wenn ich zeige, wie aus einem Stück Edelmetall ein Trauring für die Ewigkeit entsteht.
Die kleine, aber feine Messe findet im Schloss Wartensee, Rorschacherberg statt. Rund 35 Aussteller präsentieren alles, was es für eine Traumhochzeit braucht. Daneben gibt es ein spannendes Rahmenprogramm, am Samstag gar eine Blitzhochzeit und ein Gewinnspiel.
Infos zur Messe gibts hier: https://www.messe-im-schloss.ch
Die Messe findet vom 8. bis 10. Februar 2019 statt und ist wie folgt geöffnet:
Freitag von 17.00 bis 22.00 Uhr – Samstag von 11.00 bis 19.00 Uhr – Sonntag von 11.00 bis 16.00 Uhr
Hier einige Impressionen vom letzten Jahr:
Was beim Live-Schmieden zu sehen ist
Die im Beitrag genannte Messe fand im Februar 2019 statt und ist vorbei. Was bleibt, ist die Frage, die mir an solchen Anlässen am häufigsten gestellt wird: Wie wird aus einem Stück Metall eigentlich ein Ring?
Der Ablauf hat vier Schritte, und man hört sie alle.
Am Anfang steht ein Draht oder ein Profil aus Edelmetall. Es wird zunächst auf dem Schmiedestock gestreckt und in die gewünschte Stärke gebracht. Dann wird es rund gebogen, was von Hand über einen Riegel geschieht. Die Enden werden auf Stoss gefeilt, sodass sie ohne Spalt aneinander liegen, und verlötet. Und danach beginnt die eigentliche Formgebung: Der Ring wird auf einem Ringriegel geschlagen, dabei gedreht und gewendet, bis Profil und Rundung stimmen.
Zwischen den Schmiedegängen muss geglüht werden. Metall wird beim Verformen zunehmend härter und irgendwann so spröde, dass es reissen würde. Beim Erwärmen entspannt sich das Gefüge, und man kann weiterarbeiten. Bei einem Ring wechseln Schmieden und Glühen mehrmals ab.
Warum geschmiedet anders ist als gegossen
Das ist der Punkt, den man am Werktisch am besten erklären kann.
Beim Giessen erstarrt das Metall frei, dabei bilden sich grobe Kristalle. Beim Schmieden wird das Material verformt, während es fest ist. Die Kristalle werden gestreckt, zerteilt und verdichtet, und das entstehende Gefüge richtet sich entlang der Form aus. Ein geschmiedeter Ring ist deshalb bei gleicher Legierung widerstandsfähiger und verformt sich unter Druck weniger.
Man sieht es auch: Eine geschmiedete Oberfläche ist nie mathematisch exakt. Die Facetten laufen minimal unregelmässig, und genau das lässt das Licht lebendiger darüber wandern als über eine gefräste Fläche.
Warum ein Termin im Atelier besser ist als eine Messe
An einer Messe kann man zusehen und Fragen stellen, und das mache ich gerne. Für die eigenen Ringe ist aber der Termin bei mir der richtige Ort, und zwar aus einem praktischen Grund: Dort habe ich Modelle zum Anprobieren, Muster für Oberflächen und Ruhe für ein Gespräch, das eine Stunde dauern darf.
Was Sie mitbringen sollten und wie der Ablauf aussieht, habe ich auf meiner Seite zu Trauringen beschrieben. Für einen Termin melden Sie sich bei mir in Rorschach.



















