Ich habe schon öfters Fingerabdrücke in individuelle Schmuckstücke eingearbeitet. Und die Idee kommt offensichtlich an, so wächst die Galerie stetig und immer wieder kommen neue Varianten hinzu.
Bisher mussten die Kunden ihren Fingerabdruck direkt ins Wachsmodell drücken, was schon ab und an zu einer Brandblase geführt hatte. Kein Wunder, das Wachs musste hierzu auch leicht angeschmolzen werden. Und es gab jeweils auch nur eine Chance, sonst hiess es, dass Wachsmodell nochmals ganz neu herzustellen.
Oben seht ihr nun eine neue Möglichkeit. Der Fingerabdruck wird mit Farbe auf eine Papiervorlage gegeben, danach sorgfältig gescannt und digitalisiert und mit Laser aufs Schmuckstück gebracht. Damit lässt sich der Fingerabdruck z.B. auch auf der Ringinnenseite platzieren. Mit derselben Technik können auch Widmungen, Sprüche oder andere grafische Elemente anbracht werden.
Dieser Textura-Ring aus 950-Palladium zeigt eine wunderschöne, naturfarbene Diamantrose:
Zwei Wege, ein Ergebnis
Damit die Unterschiede klar sind, hier beide Verfahren nebeneinander.
Beim plastisch geformten Abdruck drücken Sie den Finger in erwärmtes Wachs, und aus diesem Modell entsteht der gegossene Ring. Der Abdruck ist danach nicht nur zu sehen, sondern zu fühlen. Das ist die eindrücklichere Variante, sie verlangt aber Geduld und lässt im entscheidenden Moment nur einen Versuch zu.
Bei der Laser-Gravur kommt der Abdruck mit Farbe auf eine Papiervorlage, wird gescannt und digital aufbereitet. Weil wir mehrmals abdrücken und den besten Bogen auswählen können, ist das Ergebnis oft sauberer. Ausserdem lässt sich der Abdruck damit an Stellen setzen, die plastisch nicht erreichbar sind, allen voran die Ringinnenseite.
Was mit dem Laser sonst noch geht
Wenn der Weg über Scan und Laser einmal offen ist, ist der Fingerabdruck nur eine von mehreren Möglichkeiten. Auf dieselbe Weise bringe ich Widmungen an, eine Handschrift, ein Datum, kleine grafische Zeichen oder Notenzeilen. Der Unterschied zu einer klassischen Handgravur liegt in der Wirkung: Die Handgravur wird mit dem Stichel ins Material gestochen, die Schnittfläche bricht das Licht und glänzt. Die Lasergravur liegt flacher und gleichmässiger, kann dafür feinste Muster abbilden, an denen der Stichel scheitern würde.
Für eine Unterschrift oder eine sehr persönliche Handschrift greife ich lieber zum Stichel, mehr dazu in meinem Beitrag über die Faksimile-Handgravur. Für einen Fingerabdruck mit seinen hauchfeinen Rillen ist der Laser das bessere Werkzeug.
Der Ring in diesem Beitrag
Der abgebildete Textura-Ring besteht aus 950er Palladium und trägt eine naturfarbene Diamantrose. Die Bezeichnung 950 ist wie beim Gold eine Feingehaltsangabe: 950 Teile von 1000 sind reines Palladium. Was solche Zahlen bedeuten und warum sie auf jedem Schmuckstück stehen müssen, habe ich in meinem Beitrag über Karat und Feingehalt erklärt.
Eine Diamantrose ist ein Diamant mit flacher Unterseite und facettierter Oberseite, ein alter Schliff, der ruhiger wirkt als ein Brillant. Naturfarben heisst, dass die Farbe des Steins von der Natur kommt und nicht aus einer Behandlung.
Alles zu Ablauf, Materialien und Varianten finden Sie auf meiner Seite zu Ringen mit Fingerabdruck.









