Das Schöne an meinem Goldschmiede-Handwerk ist, dass man nicht nur einfach einen Artikel herstellt, sondern, dass man verschiedene Materialien auf kreative Art und Weise miteinander verschmelzen kann und das Ergebnis einem verliebten Paar, hoffentlich bis zum Lebensende, tagtäglich erneut Freude bereitet.
Für Marisa und Roger, welche sich vor wenigen Tagen unter freiem Himmel ihr Ja-Wort gaben, gestaltete ich ein paar Trauringe mit einer speziellen Einlage. Lange hatte ich an meiner Eigenentwicklung der «Stone»-Füllung experimentiert, bis ich dann die gewünschte optische Wirkung und mechanische Stabilität erreichte. Die antrazithfarbene Einlage wirkt durch seinen schönen Kontrast und unterstreicht den eigentlichen Ring aus 750er-Weissgold. Der Damenring erstrahlt zusätzlich durch das Diamantcarré im Princess-Schliff.
Die individuell gefertigten Ringe haben mit der Faksimile-Handgravur ihre definitiv persönliche Note erhalten. Hierbei wird die Schrift und/oder Symbole von Hand ins Material gestochen, üblicherweise nach einer Vorlage wie zum Beispiel der eigenen Handschrift.
Faksimile-Gravur: die eigene Handschrift im Ring
Faksimile heisst nichts anderes als getreue Nachbildung. Bei einer Faksimile-Gravur wird nicht eine Schriftart aus dem Computer ins Metall gebracht, sondern eine bestimmte Handschrift, meist die eigene oder die des Partners.
Der Weg dorthin ist einfacher, als man denkt. Sie schreiben mir den Satz oder die Unterschrift auf ein weisses Blatt, am besten mit einem Stift, der eine klare Linie zieht, und in einer Grösse, in der Sie normal schreiben. Verkleinern kann ich, erfinden nicht. Wichtig ist, dass Sie mehrere Versuche machen und den natürlichsten aussuchen, nicht den sorgfältigsten. Eine bemüht geschriebene Zeile sieht im Ring auch bemüht aus.
Was Sie dabei bedenken sollten: Der Platz auf einer Ringinnenseite ist begrenzt. Ein kurzer Satz, zwei Namen oder eine Unterschrift funktionieren gut, ein ganzer Absatz nicht. Und je feiner die Linien, desto flacher muss gestochen werden, was die Gravur mit den Jahren schneller verblassen lässt. Bei einem Ring, der täglich getragen wird, empfehle ich deshalb innen und nicht aussen.
Von Hand gestochen oder maschinell
Es gibt drei Wege, Schrift in einen Ring zu bringen, und sie sehen unterschiedlich aus.
Die Maschinengravur arbeitet mit einem Fräser und ergibt eine gleichmässige, saubere Linie mit rundem Grund. Sie ist günstig und für Namen und Daten völlig ausreichend. Die Lasergravur brennt die Schrift oberflächlich ein, kann sehr feine Motive und auch Fingerabdrücke abbilden, wirkt aber flacher und weniger tief. Die Handgravur schliesslich wird mit dem Stichel ins Material gestochen. Dabei entsteht eine Schnittfläche, die das Licht bricht, weshalb eine Handgravur glänzt und Tiefe hat. Sie ist die aufwändigste und die einzige, bei der jeder Strich eine Entscheidung ist.
Für eine Faksimile-Gravur nehme ich am liebsten den Stichel, weil die Eigenheiten einer Handschrift dabei erhalten bleiben.
Die Stone-Einlage
Die anthrazitfarbene Einlage in diesen Ringen ist eine Eigenentwicklung, an der ich lange experimentiert habe, bis Optik und mechanische Festigkeit zusammen stimmten. Sie ist in mehreren meiner Ringe zu finden, und sie wirkt vor allem im Kontrast: Neben 750er Weissgold sieht sie aus wie ein Stück Gestein, das ins Edelmetall eingefasst ist. Paare, die sich der Natur und den Bergen verbunden fühlen, wählen sie besonders oft.
Sie besteht aus einem Gemisch aus Stein und Harz, und der Stein ist geschliffener Hämatit. Von ihm kommt der eigentümliche metallische Glanz, den eine reine Kunststofffüllung nie hätte. Diese Verbindung war der Punkt, an dem ich lange gesucht habe, denn beide Bestandteile bringen genau das mit, was der andere nicht kann. Der Stein liefert die Struktur und die Dauerhaftigkeit, also das, was man sieht und was über Jahre so bleibt. Das Harz liefert die Zähigkeit und hält alles zusammen, auch wenn der Ring einen Stoss abbekommt. Reiner Stein in dieser Form wäre zu spröde für einen Ring, der täglich getragen wird. Reines Harz hätte die Tiefe und die Beständigkeit nicht.
Daraus ergibt sich auch, warum die Einlage nicht wie eine Beschichtung wirkt, sondern wie ein eingefasstes Stück Gestein. Sie ist keine Oberfläche, sondern Material.
Weitere Möglichkeiten für Oberflächen, Materialien und Gravuren finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.









Juhuu! Die Ring känned mer doch vo noimed!
S’Schöne isch, dass sie in echt na viiiiil schöner sind 🙂 Und sie sitzed so perfekt, dass mer chönt meine, sie seged scho immer ade Hand gsi.
Namal vo ganzem Herze es grosses MERCI! Mer händ jede Tag Froid ade Ring und chönd ois ned sattgseh dra!
Liebi Grüessli an Bodensee, Marisa und Roger 🙂