Das Thema Gravuren kann ganze Bücher füllen, gibt es doch unzählige Arten und Varianten. Gerade die kostengünstige Lasergravur hat sich in der industriellen Fertigung stark verbreitet und verdrängt immer mehr das klassische Handwerk.
Als passionierter Goldschmied finde ich jedoch, dass eine sorgfältige, handwerkliche Gravur den symbolischen Charakter der Trauringe unterstreicht. Eine besonders persönliche Note erhalten die Ringe dann, wenn eine Faksimile-Handgravur eingearbeitet wird. Hierbei werden nach der Vorlage des Paares Schrift, Zeichnungen und Symbole ins Material gestochen. Es obliegt ganz alleine dem Paar, wie diese Gravur aussehen soll.
Drei Verfahren im Vergleich
Wer eine Gravur möchte, hat drei Wege, und sie unterscheiden sich in Aussehen, Haltbarkeit und Aufwand.
Die Maschinengravur arbeitet mit einem Fräser. Sie ergibt eine gleichmässige Linie mit rundem Grund, ist schnell und günstig und für Namen und Daten völlig ausreichend. Ihr Nachteil ist die Gleichförmigkeit: Jede Linie sieht aus wie die andere.
Die Lasergravur brennt die Schrift oberflächlich ins Material. Sie kann sehr feine Motive abbilden, auch Fingerabdrücke, und sie funktioniert auf harten Materialien wie Titan, an denen andere Verfahren scheitern. Sie liegt aber flacher und wirkt weniger tief.
Die Handgravur wird mit dem Stichel ins Material gestochen. Dabei entsteht eine V-förmige Furche mit spiegelblanken Schnittflächen, die das Licht brechen. Deshalb glänzt eine Handgravur und hat Tiefe. Sie ist die aufwändigste und die einzige, bei der jeder Strich eine Entscheidung ist, denn zurücknehmen kann man nichts.
Wann sich die Handgravur lohnt
Nicht immer, und das sage ich offen. Für ein Datum und zwei Namen innen im Ring ist eine Maschinengravur eine vernünftige Lösung, und ich rate niemandem zur teureren Variante, wenn sie keinen Mehrwert bringt.
Es gibt aber drei Fälle, in denen die Handgravur klar überlegen ist. Erstens bei einer Faksimile-Gravur, also der eigenen Handschrift: Deren Eigenheiten, die unterschiedlichen Strichstärken und der Rhythmus, bleiben nur mit dem Stichel erhalten. Zweitens bei einer Gravur aussen am Ring: Dort muss sie tief genug sitzen, um Jahrzehnte Gebrauch zu überstehen, und eine flache Lasergravur verblasst dort schneller. Drittens wenn die Gravur gestalterisches Element und nicht nur Information ist.
Was Sie mir mitbringen sollten
Für eine Faksimile-Gravur schreiben Sie den Text auf ein weisses Blatt, mit einem Stift, der eine klare Linie zieht, und in der Grösse, in der Sie normal schreiben. Verkleinern kann ich, erfinden nicht.
Machen Sie mehrere Versuche und wählen Sie den natürlichsten, nicht den sorgfältigsten. Eine bemüht geschriebene Zeile sieht im Ring auch bemüht aus.
Und bedenken Sie den Platz: Auf einer Ringinnenseite ist Raum für einen kurzen Satz, zwei Namen oder eine Unterschrift. Ein ganzer Absatz wird unlesbar. Ein Beispiel finden Sie in meinem Beitrag über Stone-Trauringe mit Faksimile-Handgravur.








