Schon oft habe ich erzählt, wie variantenreich sich Trauringe gestalten lassen. Häufig sind die Vorstellungen der Paare erst vage und erst anhand von Modellringen und Skizzen arbeiten wir gemeinsam am Design der finalen Eheringe. Manchmal stelle ich gar Wachsmodelle her, damit sich das verliebte Paar ein realistisches Bild der symbolträchtigen Ringe machen kann.
So sind in den vergangenen Monaten zahlreiche spannende Kreationen entstanden, welche nun als Zeichen einer tiefen Liebe zweier Menschen um die Welt getragen werden. Einige dieser schmucken, individuellen Eheringe möchte ich in diesem Beitrag zeigen.
Warum ein Modell mehr sagt als jede Zeichnung
Wenn ein Paar zu mir kommt, hat es meist Bilder auf dem Handy. Die helfen für die Richtung, und dann hören sie auf zu helfen, weil ein Bild drei Dinge nicht zeigt, die am Ende über den Ring entscheiden.
Das erste ist die Wirkung der Breite. Sechs Millimeter sehen auf einem Foto schmal aus und sind an einem zierlichen Finger viel. Das zweite ist das Gewicht. Zwei Ringe gleicher Form aus Titan und aus Platin fühlen sich völlig unterschiedlich an, und man kann sich das nicht vorstellen, man muss es tragen. Das dritte ist das Verhalten am Gelenk: Ob ein Ring gut über den Knöchel geht und danach richtig sitzt, hängt von Profil und Innenform ab und lässt sich nur ausprobieren.
Deshalb arbeite ich mit Modellringen zum Anprobieren, und bei besonderen Entwürfen mit einem Wachsmodell des künftigen Ringes.
Was ein Wachsmodell leistet
Ein Wachsmodell ist der Ring in seiner endgültigen Form, nur in einem Material, das ich in Minuten ändern kann. Sie können es anprobieren, ansehen, im Licht drehen und sagen, was Ihnen nicht gefällt. Und dann ändere ich es, statt Ihnen zu erklären, wie es später aussehen wird.
Das ist der wertvollste Schritt im ganzen Ablauf, weil Änderungen hier nichts kosten. Am fertigen Ring aus Edelmetall wäre dieselbe Änderung ein neuer Ring.
Wie aus dem Modell danach der Ring aus Gold, Platin oder Palladium entsteht, habe ich in Aus Wachs wird Gold beschrieben. Ein Punkt daraus, der praktisch wichtig ist: Metall zieht sich beim Erstarren zusammen, das Modell wird deshalb von Anfang an etwas grösser angelegt. Das ist Erfahrungssache und einer der Gründe, warum ich die Ringgrösse lieber selbst nehme.
Wie viel Zeit das braucht
Mehr als ein Termin, und das ist Absicht. Im ersten Gespräch klären wir Richtung, Material und Budget. Danach entstehen Skizze und Modell. Im zweiten Termin probieren Sie an, und oft kommt genau dort die Idee, die den Ring am Ende ausmacht.
Für den ganzen Weg brauchen wir einige Wochen. Sprechen Sie mich vor einer Hochzeit deshalb einige Monate vorher an. Alles zu Materialien und Oberflächen finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.
















