Wer meint, Diamanten sehen immer gleich aus, der irrt. Diamanten gibt es in vielen Reinheitsklassen und in unzähligen Farbnuancen, können variantenreich geschliffen werden, vom Brillanten bis hin zur Diamantrose oder wie hier gezeigt, zum Diamanttropfen.
Diesen wunderschönen Texturaring aus Titan durfte ich zum 25. Hochzeitstag eines Paares gestalten. Trotz seiner wuchtigen Erscheinung, fühlt er sich leicht und bequem an, ein cognacfarbener Diamanttropfen funkelt in seiner einzigartigen Schönheit.
Nicht jeder Diamant ist ein Brillant
Brillant ist kein anderes Wort für Diamant, sondern der Name eines Schliffs. Ein Brillant ist rund und hat 57 oder 58 Facetten in einer festgelegten Anordnung, die auf maximales Funkeln hin berechnet ist. Steht das Wort Brillant ohne weitere Angabe, ist immer ein Diamant in diesem Schliff gemeint.
Daneben gibt es viele andere Schliffe, und jeder hat einen anderen Charakter. Der Tropfen, auch Pendeloque genannt, ist eine Mischung aus rund und spitz und wirkt weicher und gerichteter als ein Brillant. Die Diamantrose hat eine flache Unterseite und nur oben Facetten, sie glitzert weniger und wirkt ruhiger, dafür wie ein altes Stück. Ein Baguette ist rechteckig mit langen Stufenfacetten und wirkt streng und klar.
Für einen Ring, der nicht klassisch aussehen soll, ist die Schliffwahl deshalb der wirksamere Hebel als die Steingrösse.
Naturfarbene Diamanten
Der Stein in diesem Ring ist cognacfarben, und diese Farbe kommt aus dem Kristall selbst. Bei gelben und braunen Tönen entsteht sie durch Stickstoffatome im Gitter, die einen Teil des Lichts absorbieren.
Lange galten solche Steine als zweite Wahl, weil das Ideal der farblose Diamant war. Das hat sich geändert, und aus gutem Grund: Neben einem grauen Material wie Titan wirkt ein warmer Braunton stimmiger als ein makelloses Weiss, das dort fremd aussieht.
Ein praktischer Vorteil kommt dazu. Bei einem farblosen Diamanten wirken sich kleine Einschlüsse und ein leichter Gelbstich stark auf den Preis aus. Bei einem naturfarbenen Stein ist die Farbe das Merkmal, weshalb man für dasselbe Geld mehr Stein bekommt.
Ein Tropfen an einem Titanring
Die Kombination ist anspruchsvoller, als sie aussieht. Ein Tropfen hat eine Spitze, und Spitzen sind bei Diamanten die verletzlichste Stelle: Der Stein ist zwar der härteste, aber nicht der zäheste, und eine dünn ausgeschliffene Spitze kann bei einem Schlag abplatzen.
Deshalb muss die Fassung die Spitze schützen, ohne sie zu verdecken. Bei diesem Ring liegt der Stein tief genug, dass die Ringfläche vor ihm liegt. Dass Titan sich nicht wie Gold löten lässt, macht die Konstruktion zusätzlich zur Aufgabe.
Zum 25. Hochzeitstag passt der Ring gut, gerade weil er nicht aussieht wie ein Jubiläumsgeschenk. Weitere Ideen zu Jubiläen finden Sie in meinem Beitrag über neue Eheringe zum Hochzeitstag.







