Immer wenn ein verliebtes Paar mein Ladenatelier in Rorschach betritt, empfinde ich eine besondere Freude. Es ist schön die junge Liebe zweier Menschen miterleben zu dürfen und mit dem Gestalten und Fertigen ihrer Partner- oder Eheringe ein kleines Stück davon mitprägen zu können.
Im Gespräch erfahre ich die Ideen, Wünsche und Vorstellungen und zeige die unterschiedliche Wirkung verschiedener Edelmetalle, den Einsatz von funkelnden Brillanten und gehe natürlich auch auf das zur Verfügung stehende Budget ein. Anhand von zahlreichen Modellen, Skizzen oder fertigen Ringen finden wir gemeinsam zum finalen Trauring.
Je nach Modell und Art der Herstellung wird das Paar ihre Trauringe in seinen verschiedenen Entstehungsphasen miterleben, anprobieren und mit weiteren Entscheidungen wie Gravur oder den Einsatz von Edelsteinen zusätzlich beeinflussen. In diesem Beispiel durfte ich den Damenring mit 9 Brillanten versehen, was ihm einen edlen Glanz verleiht.
Mir ist es wichtig, dass die entstandene Beziehung zwischen dem Paar und mir nicht mit der Übergabe endet. So stehe ich ihnen auch nach dem Kauf mit meinen Dienstleistungen zur Verfügung, mache gerne Anpassungen oder frische die Eheringe nach einiger Zeit auf, damit sie wieder in neuem Glanz erstrahlen.
Und manchmal habe ich allen Grund um selbst zu strahlen… nämlich dann, wenn ich eine derart herzliche Rückmeldung vom Paar erhalte:
Vielen Dank, Jasmin und Oliver! Es war mir eine Freude und Ehre zugleich, Eure Trauringe zu gestalten und zu schmieden!
Was nach der Übergabe kommt
Der Beitrag nennt einen Punkt, der in der Beratung selten zur Sprache kommt und über die Jahre viel wert ist: Die Arbeit endet nicht mit der Übergabe.
Was ich für Ringe aus meinem Atelier mache, und zwar auch Jahre später:
Die Ringgrösse anpassen, wenn sich der Finger verändert hat. Bei massiven Ringen aus Gold, Palladium oder Platin ist das unproblematisch, bei Titan schwierig und bei einer Carbon-Einlage praktisch nicht möglich, mehr dazu in Ring zu gross oder zu klein?
Die Oberfläche auffrischen. Polieren, Mattierungen neu anlegen, Rhodinierung erneuern: alles wiederholbar, und zwar mehrfach über Jahrzehnte.
Die Fassungen nachsehen. Das ist der wichtigste Punkt und der, an den kaum jemand denkt. Krappen arbeiten bei jeder Bewegung, und eine, die nachgibt, kostet einen Stein. Ein Nachsehen alle paar Jahre ist deutlich günstiger als eine Reparatur nach einem Verlust.
Meine Empfehlung: Bringen Sie Ihre Ringe alle paar Jahre vorbei. Es dauert selten lange.
Neun Brillanten in einem Damenring
Eine ungerade Zahl in einer Reihe hat eine Mitte, was gestalterisch ruhiger wirkt als eine gerade. Neun Steine ergeben eine deutliche Linie, ohne dass der Ring rundum besetzt ist.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem Memoire-Ring mit umlaufendem Besatz: Solange ein Bereich frei bleibt, ist eine späte Grössenänderung möglich, weil dort angesetzt werden kann. Bei umlaufendem Besatz geht das nicht.
Ich weise darauf hin, wenn ein Paar sich für einen rundum besetzten Ring entscheidet. Es ist eine legitime Wahl, sie sollte aber bewusst getroffen werden.
Wie das Paar den Ring mitentstehen sieht
Bei vielen Anfertigungen sieht das Paar seine Ringe in mehreren Phasen: als Wachsmodell zum Anprobieren, als gegossenen Rohling, als fertiges Stück vor dem Fassen der Steine.
Das ist nicht nur schön, sondern nützlich. Bei jedem Schritt lassen sich Entscheidungen noch treffen oder korrigieren: die Gravur, die Anzahl der Steine, die Oberfläche. Am fertigen Ring wäre dieselbe Änderung ein neuer Ring.
Alles zum Ablauf finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.











1 Kommentar