In einer ruhigen Minuten wurde mir einmal mehr bewusst, dass ich einen aussergewöhnlichen Beruf ausüben darf. Viele Paare tragen eines meiner individuellen Schmuckstücke als Ehering an ihren Händen, und ich darf sie so gewissermassen auf ihrem gemeinsamen Weg begleiten. Es freut mich immer wieder, wenn ich den glücklichen Paaren begegne und sehe, dass die Trauringe noch immer als Zeichen einer engen Verbindung getragen werden.
Auch bei diesem wunderbaren Stück durfte ich aus edlen Materialien ein Symbol der Liebe schaffen. Dem Ring liegt der «Goldene Schnitt» zugrunde und besteht aus Palladium und Rotgold. Der erste Teil, edel silbern glänzend, überrascht durch eine eingearbeitete organische Textur, der zweite Teil, rötlich schimmernd, wurde hochglanzpoliert.
Warum Palladium für Trauringe
Palladium gehört zur Platingruppe und ist von Natur aus weissgrau. Das ist der entscheidende Unterschied zu Weissgold: Weissgold wird meist rhodiniert, damit es strahlend weiss wirkt, und diese dünne Schicht nutzt sich mit den Jahren ab. Ein Palladiumring behält seinen Ton, weil die Farbe im Material selbst liegt und nicht in einer Beschichtung. Für einen Ring, der jeden Tag getragen wird, ist das ein Vorteil, den man erst nach Jahren richtig schätzt.
Dazu kommt das Gewicht. Palladium ist deutlich leichter als Platin, ungefähr halb so schwer bei gleichem Volumen. Wer noch keinen Ring getragen hat, empfindet das oft als angenehmer. Und Palladium gilt als gut hautverträglich, weil es ohne Nickel auskommt.
Der Goldene Schnitt am Ring
Bei diesem Paar liegt dem Ring der Goldene Schnitt zugrunde. Das heisst, die beiden Materialteile stehen nicht im Verhältnis eins zu eins, sondern in einem Verhältnis von etwa fünf zu drei. Unser Auge nimmt diese Teilung als ruhig und ausgewogen wahr, ohne dass wir sagen könnten, warum. Man findet sie in der Architektur, in der Malerei und in der Natur. An einem schmalen Band wie einem Ehering wirkt sie erstaunlich stark, weil sie dem Ring eine Richtung gibt.
Der silbern glänzende Teil trägt eine eingearbeitete organische Textur, der rötliche Teil ist hochglanzpoliert. Diese Kombination aus matt und glänzend ist gewollt: Das Licht bricht sich unterschiedlich, und der Ring wirkt dadurch lebendiger als ein einheitlich polierter.
Pflege und Alltag
Palladium und Rotgold brauchen im Alltag wenig. Warmes Wasser, ein Tropfen Spülmittel und eine weiche Bürste reichen für die Reinigung. Was Sie meiden sollten, sind harte Schläge auf Steinkanten und der Kontakt mit Chlor. Bei einer texturierten Oberfläche gilt ausserdem: Nicht mit einer Polierpaste nacharbeiten, sonst verliert die Struktur ihre Tiefe. Bringen Sie den Ring lieber alle paar Jahre bei mir vorbei, dann frische ich ihn fachgerecht auf.
Jedes Paar entsteht neu
Ringe wie diese fertige ich immer nach den Wünschen des Paares, das sie tragen wird. Deshalb gibt es sie nicht in einer festen Ausführung: Breite, Gewicht, Materialkombination und Oberfläche sind jedes Mal anders, und genau das ist der Punkt.
Wie wir dorthin kommen, ist mir wichtiger als jede Modellnummer. Bei einer Beratung im Atelier zeige ich Ihnen viele Muster und Beispiele zum Anschauen und Anprobieren, ich lege offen, was mit welchem Material möglich ist und wo die Grenzen liegen, und dann suchen wir zusammen die Kombination, die für Sie beide stimmt. Manchmal ist das am Ende etwas ganz anderes als die Vorstellung, mit der ein Paar zu mir gekommen ist, und das ist ein gutes Zeichen.
Mehr über die Materialien, die für Eheringe in Frage kommen, habe ich auf meiner Seite zu Trauringen zusammengetragen.







