Manchmal spielt auch der Zufall eine gewichtige Rolle bei meiner Arbeit. Beim Experimentieren mit Schmelztiegel und heisser Flamme ist ein einzigartiges Goldnugget entstanden. Ich nahm dieses aus dem Tiegel, betrachtete es und war ob der unvergleichlichen Schönheit angetan. Das Goldstückchen schreite förmlich danach, in einem wunderschönen Schmuckstück erhalten zu bleiben. So gestaltete ich daraus einen Schutzengel-Anhänger, teilweise aus Gold, teilweise aus Titan und hoffe, dass er schon bald das Leben eines guten Menschen begleiten und beschützen wird.
Wie im Tiegel eine Form entsteht
Beim Schmelzen wird Gold flüssig und nimmt, sobald man es giesst oder abkühlen lässt, eine Form an, die niemand vorgibt. Die Oberflächenspannung zieht es zusammen, die Abkühlung erstarrt es dort, wo es gerade liegt, und je nachdem, wie schnell das geht, bleibt die Oberfläche glatt oder wird runzlig und krustig.
Solche Stücke haben eine Eigenschaft, die man von Hand nicht hinbekommt: Sie sind wirklich zufällig. Jeder Versuch, eine Nugget-Form nachzuarbeiten, sieht nachgearbeitet aus, weil unsere Hand immer eine Ordnung hineinbringt. Deshalb hebe ich solche Stücke auf, wenn beim Arbeiten eines entsteht, das mir gefällt.
Für ein Schmuckstück verlangt das eine andere Reihenfolge als üblich. Normalerweise steht der Entwurf am Anfang und das Material folgt. Hier ist das Material da und der Entwurf muss sich danach richten.
Was mit einem gefundenen Stück zu klären ist
Drei Dinge prüfe ich, bevor daraus ein Schmuckstück wird.
Erstens die Substanz: Ein Nugget aus dem Tiegel kann innen Lufteinschlüsse haben, die man von aussen nicht sieht. Beim Bearbeiten kommen sie zum Vorschein, und dann muss man umdenken. Zweitens die Statik: Eine unregelmässige Form hat dünne Stellen, und die dürfen nicht dort liegen, wo das Stück belastet wird. Drittens die Aufhängung: Bei einer gewachsenen Form gibt es keinen offensichtlichen Punkt für die Öse. Sie muss so sitzen, dass das Stück gerade hängt und dass die Kraft in eine kräftige Stelle geht, und dieser Punkt liegt selten dort, wo er optisch am schönsten wäre.
Gold und Titan nebeneinander
Titan ergänzt hier das Gold, und die Kombination hat einen praktischen Grund. Gold ist weich, besonders wenn es fast rein ist, wie es bei einem geschmolzenen Nugget der Fall sein kann. Titan ist hart und übernimmt die tragenden Teile, während das Gold seine Wirkung entfalten darf, ohne dass es Kräfte aufnehmen muss.
Optisch verstärken sich die beiden. Das matte Grau des Titans lässt den warmen Goldton kräftiger erscheinen, als er neben einem anderen gelben Material wäre.
Weitere Engel-Anhänger finden Sie in meinem Beitrag Brauchst Du einen Schutzengel?, weitere Anhänger im Schaufenster für Halsschmuck.







