Darf es mal etwas aussergewöhnlicher sein? Bei diesem Trauring wird meine Graveurin so richtig gefordert.
Für einmal versteckt sich die Gravur nicht auf der Innenseite des Ringes, sondern wird zum Hauptthema des Schmuckstücks. Die ganz persönliche «Inschrift» erstreckt sich über die komplette Seite, im Unterschied zu normalen Gravuren allerdings als Relief ausgearbeitet.
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Gravur und Relief sind nicht dasselbe
Bei einer normalen Gravur wird Material weggenommen: Der Stichel schneidet eine Furche, die Schrift liegt also tiefer als die Oberfläche. Bei einem Relief ist es umgekehrt, die Schrift steht erhaben da, und das Material um sie herum muss entfernt werden.
Das ist wesentlich mehr Arbeit, und zwar nicht nur ein bisschen. Für einen Buchstaben in einer Gravur zieht man einige Schnitte. Für denselben Buchstaben als Relief muss die gesamte Fläche daneben abgesenkt und danach sauber geglättet werden, ohne die Buchstabenkanten zu beschädigen. Jede Unregelmässigkeit im abgesenkten Grund fällt auf, weil das Licht darüber wandert.
Dazu kommt: Man kann nichts zurücknehmen. Wer zu viel Material wegnimmt, kann es nicht wieder auflegen.
Was ein Relief aussen verlangt
Wenn eine Schrift erhaben auf der Aussenseite steht, ist sie der Belastung ausgesetzt. Ein Ehering stösst täglich gegen Türgriffe, Tischkanten und Werkzeug, und die erhabenen Buchstaben treffen es zuerst.
Deshalb braucht ein solcher Ring genügend Materialstärke, damit das Relief nicht filigran auf einer dünnen Wand steht. Und die Buchstabenkanten dürfen nicht scharf stehen bleiben, sondern werden minimal verrundet. Ein Relief mit messerscharfen Kanten sieht am ersten Tag präziser aus und ist nach zwei Jahren stumpf und ausgefranst.
Wer viel mit den Händen arbeitet, sollte über eine Innenseite nachdenken. Dort liegt die Schrift geschützt, und sie bleibt jahrzehntelang so, wie sie am ersten Tag war.
Was auf einen Ring passt
Der Platz ist begrenzter, als man denkt. Bei einem Ring mittlerer Grösse steht aussen ungefähr so viel Raum zur Verfügung, wie ein kurzer Satz oder zwei Namen mit Datum brauchen. Ein Zitat über mehrere Zeilen wird unlesbar, weil die Buchstaben zu klein werden.
Meine Empfehlung: Schreiben Sie den Text auf und streichen Sie, bis nur noch das Wesentliche steht. Ein kurzer Satz, der gut lesbar ins Material gearbeitet ist, wirkt stärker als ein langer, den man nur mit der Lupe entziffert.
Was bei Gravuren sonst möglich ist, steht in meinem Beitrag über die Faksimile-Handgravur, und die Materialien finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.








eine wunderbar schöne idee !
gibts den zu kaufen ? wie teuer ?