Das unglaubliche Farbspiel dieses Opals faszinierte mich sofort. Ich liebe diese Kombination der kräftigen Grün-, Türkis- und Blautöne, so war es denn auch schnell beschlossene Sache, dass ich ihn zu einem aufsehen erregenden Schmuckstück verarbeiten wollte.
Der Edelstein sollte in seiner ganzen Pracht erstrahlen können, kein Schnickschnack von ihm ablenken. Die Fassung aus Weissgold gestaltete ich daher schlicht und schnörkellos. Das schwarze und unaufdringliche Kautschuk-Collier unterstreicht das Farbenspiel zusätzlich.
Was einen Boulder-Opal auszeichnet
Beim Boulder-Opal sitzt die opalisierende Schicht auf dem Muttergestein, meist Eisenstein, und wird mit ihm zusammen verarbeitet. Man löst ihn also nicht heraus, sondern schleift ihn mitsamt seiner dunklen Unterlage.
Daraus ergeben sich zwei Vorteile. Erstens die Farbe: Das dunkle Gestein im Rücken lässt das Farbspiel kräftiger erscheinen, weil kein Licht von hinten durchfällt und es aufhellt. Die Grün-, Türkis- und Blautöne wirken deshalb satter als bei einem hellen Opal derselben Qualität. Zweitens die Stabilität: Die Opalschicht allein wäre sehr dünn und heikel, auf dem Muttergestein hat sie einen tragenden Rücken.
Die Kehrseite ist die Form. Ein Boulder-Opal folgt dem Verlauf der Naturschicht, weshalb er selten symmetrisch ist. Für ein Unikat ist das kein Mangel, aber es bedeutet, dass die Fassung dem Stein folgen muss und nicht umgekehrt.
Warum die Fassung schlicht bleibt
Bei einem Stein mit starkem Farbspiel ist alles, was Aufmerksamkeit abzieht, ein Fehler. Deshalb ist die Weissgoldfassung hier ohne Verzierung, und deshalb hängt der Anhänger an einem schwarzen Kautschukband und nicht an einer glänzenden Kette.
Das Schwarz hat einen sachlichen Grund: Es nimmt dem Auge jeden Vergleichspunkt und lässt die Farben stärker wirken. Eine glänzende Goldkette würde mit dem Opal um Aufmerksamkeit konkurrieren.
Weissgold ist ausserdem die richtige Wahl, weil es farbneutral ist. Gelbgold würde einen Gelbstich in die Nähe der grünen und blauen Töne bringen und sie kippen lassen.
Opale brauchen Rücksicht
Das ist wichtig, und ich sage es bei jedem Opal. Opal ist mit einer Mohshärte von etwa 5,5 bis 6,5 deutlich weicher als ein Saphir oder ein Diamant und enthält Wasser, oft mehrere Prozent. Daraus folgt:
Kein Ultraschallbad und kein Dampfreiniger, beides kann den Stein zerstören. Keine grosse Hitze und keine trockene Heizungsluft über längere Zeit, weil der Stein bei Wasserverlust feine Risse bekommen kann. Nicht mit anderem Schmuck in einer Schale aufbewahren, weil härtere Steine ihn zerkratzen. Und für einen Ring rate ich bei Opal meist ab, für einen Anhänger ist er dagegen gut geeignet, weil dort weniger Stösse ankommen.
Reinigen mit einem weichen, leicht feuchten Tuch, das genügt. Weitere Arbeiten mit besonderen Steinen finden Sie in meinem Schaufenster für Halsschmuck.







