In meinem Beruf als Goldschmied werde ich immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert. Ich liebe diese, denn sie bringen einen weiter und die Ergebnisse machen nicht nur die späteren Träger glücklich. Als das heiratswillige Pärchen mich aufsuchte und ihre Ideen schilderten wusste ich sofort, dass ich hier eine spannende Challenge zu bewältigen habe. Das Ergebnis darf sich sehen lassen:
Die Ringe sind dezent zweifarbig: Die beiden weissen Metalle kombinieren sich zu einem faszinierenden Wechselspiel der Kontraste. Eingefasst sind sie durch eine edel wirkende Carbon-Ringschiene. Der Damenring funkelt zusätzlich durch die gefassten Brillanten, einer Sternenhimmel gleichen Anordnung. Im Innenring findet sich eine perfekte Lasergravur.
Zwei weisse Metalle nebeneinander
Palladium und Titan sind beide weissgrau, und auf den ersten Blick scheint eine Kombination der beiden wenig Kontrast zu bieten. Genau darin liegt der Reiz.
Die Unterschiede sind subtil, aber vorhanden. Palladium hat einen leicht kühlen, fast bläulichen Ton und lässt sich hochglänzend polieren. Titan ist etwas dunkler, matter und wirkt anthrazitartig. Nebeneinander entsteht kein Kontrast, der ins Auge springt, sondern ein Wechselspiel, das man erst beim genauen Hinsehen bemerkt. Für Paare, die keinen auffälligen Ring wollen und trotzdem etwas Besonderes, ist das oft die richtige Lösung.
Praktisch unterscheiden sich die beiden deutlicher als optisch. Palladium ist etwa dreimal so schwer wie Titan und lässt sich gut bearbeiten und löten. Titan ist leichter und härter, lässt sich aber nicht löten, weshalb es geschweisst oder mechanisch verbunden werden muss. In einem Ring, der beides enthält, muss die Reihenfolge der Arbeitsschritte deshalb genau geplant sein.
Die Carbon-Ringschiene
Carbon fasst die beiden Metalle ein und übernimmt die Aussenkante. Das ergibt eine klare Trennung und lässt die Metallflächen als eigenes Feld wirken.
Ein Punkt gehört dazu, und ich sage ihn bei jedem Ring mit Carbon: Die Grösse lässt sich später praktisch nicht mehr verändern. Dehnen und stauchen funktioniert nicht, weil das Carbon nicht mitgeht, und Material einzusetzen würde die Schiene durchtrennen. Wenn absehbar ist, dass sich Ihre Ringgrösse noch ändert, sprechen wir vorher darüber. Mehr dazu in Ring zu gross oder zu klein?
Brillanten wie ein Sternenhimmel
Die Anordnung der Steine im Damenring folgt keiner Reihe, sondern einer Streuung, und das ist schwieriger, als es aussieht. Eine gleichmässige Reihe lässt sich ausmessen. Eine Streuung, die zufällig wirken soll, muss geplant werden, denn echter Zufall sieht meist nach Unordnung aus.
Was funktioniert, ist eine ungleichmässige Verteilung mit unterschiedlichen Abständen und Steingrössen, bei der aber kein Bereich leer bleibt und keiner überfüllt ist. Man legt das mehrmals aus, betrachtet es aus Abstand und verschiebt, bis es stimmt.
Alle Steine sitzen versenkt, damit sie im Alltag geschützt sind. Welche Materialien und Steinanordnungen möglich sind, finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.








