Vieles ist vergänglich. Edelmetalle verändern sich im Laufe der Zeit, tragen sich ab, werden verformt und die Spuren der Zeit sind zu sehen. Ganz anders ist es bei Diamanten. Die «Könige der Edelsteine» sind die härtesten natürlich vorkommenden Mineralien der Erde und damit nahezu unzerstörbar.
Mein Kunde brachte ein altes Erbstück zu mir: Ein klassischer Rivière-Ring mit vier grossen Brillanten. Diese Edelsteine sollten in einem neuen Schmuckstück wieder in neuem Glanz erstrahlen, jedoch in Weissgold und in einer modernen, massiveren Ausführung.

Der Rivière-Ring in seiner ursprünglichen Form…
… und oben die moderne Neuschöpfung in Weissgold.
Hintergrundinfo:
Mit «Diamant» bezeichnet man das Material aus reinem, kristallisierten Kohlenstoff. Es ist mit einer Mohs-Härte von 10 das härteste, natürlich vorkommende Mineral der Welt.
«Brillanten» sind rund geschliffene Diamanten mit 56 Facetten plus Tafel. Der Wikipedia-Eintrag dazu gibt übrigens einen lehrreichen Überblick zum Thema.
Die günstigen «Zirkonia»-Steine sind synthetisch hergestellte Brillant-Imitationen, welche in Härte, physikalischer Beständigkeit und spezifischem Gewicht weit weg von einem echten Brillanten entfernt sind.
Warum Steine ein Erbstück überleben
Der Beitrag nennt den Kern: Edelmetall verändert sich, Diamanten praktisch nicht. Ein Ring trägt sich nach dreissig Jahren ab, wird dünner, verformt sich und bekommt Kerben. Die Steine darin sind unverändert.
Deshalb ist das Neufassen von Steinen aus einem Erbstück fast immer die richtige Entscheidung, wenn die Fassung nicht mehr gefällt. Der wertvollste Teil bleibt, die Form wird neu.
Was ich beim Ausfassen prüfe: Bei Steinen aus alten Fassungen zeigt sich manchmal eine Absplitterung an der Rundiste, die unter den Krappen verborgen war. Das ist unangenehm, gehört aber dazu, und ich zeige es, bevor ich weitermache. Bei weicheren Steinen wie Opal oder Türkis bin ich vorsichtiger und sage vorher, wenn ein Risiko besteht.
Was ein Rivière-Ring ist
Rivière ist französisch für Fluss und bezeichnet eine durchgehende Reihe gleichartiger Steine, die wie eine Linie verläuft. Bei einem Ring sitzen die Steine dabei meist in einer Reihe hintereinander, gleich gross und gleichmässig verteilt.
Die Wirkung ist ruhig und geordnet, wirkt aber schnell zeitgebunden. Wer eine solche Reihe moderner haben möchte, hat zwei Wege: die Steine unterschiedlich gross verteilen, was die Ordnung aufbricht, oder die Reihe in eine massivere Form einbetten, was ihr Gewicht gibt.
Hier war es der zweite Weg: Weissgold, moderner und massiver, mit denselben vier Steinen. Wichtig dabei ist, dass die Reihe ihre Linie behält, sonst verliert sie den Charakter, der sie ausmacht.
Diamant, Brillant, Zirkonia
Diese drei werden regelmässig verwechselt, deshalb die Unterscheidung.
Ein Diamant ist das Material: reiner, kristallisierter Kohlenstoff, mit einer Mohshärte von 10 das härteste natürliche Mineral. Ein Brillant ist eine Schliffform: ein rund geschliffener Diamant mit der vollständigen Facettierung. Jeder Brillant ist also ein Diamant, aber nicht jeder Diamant ein Brillant, denn es gibt viele andere Schliffe.
Zirkonia ist etwas völlig anderes: ein im Labor hergestelltes kubisches Zirkoniumdioxid, das als Diamantersatz dient. Es ist deutlich weicher, mit etwa 8 nach Mohs, und wird deshalb mit den Jahren matt, weil die Facettenkanten abrunden. Ausserdem ist es schwerer und bricht das Licht bunter, wirkt also unruhiger.
Wenn Sie ein Erbstück haben, dessen Steine weiterleben sollen, bringen Sie es mit. Melden Sie sich bei mir.







