Als meine Kundin mir den Ehering ihres verstorbenen Gatten zeigte, spürte ich sofort die tiefen und starken Emotionen, welche in ihm steckten. Über viele Jahre hinweg war er ständiger Begleiter und erlebte die Hochs und Tiefs eines Ehelebens hautnah mit.
Dieser Ring sollte nun nicht in einer Schublade verstauben oder eingeschmolzen werden. Vielmehr sollte er wieder innerhalb der Familie seine Symbolkraft ausstrahlen.
Als Geschenk für ihre Tochter sollte sich das Schmuckstück eignen. Die Vorstellungen der Kundin waren bereits ziemlich konkret: Der Trauring aus Rotgold fasst einen grossen, ovalen Mondstein ein, das Ganze als schmucker Anhänger ausgestaltet.
Es war mir eine Ehre, aus dem schlichten, aber emotional sehr wichtigen Ring ein unvergängliches Familienschmuckstück zu gestalten. Als ich der Kundin das Werk überreichen durfte, war die Freude dementsprechend beiderseits sehr gross.
Ich hoffe nun, dass dieser besondere Anhänger die Familie über viele Generationen hinweg begleiten wird.
Ein Stück, das in der Familie bleibt
Bei solchen Aufträgen geht es nicht um Gestaltung, sondern um Weitergabe. Der Ring soll nicht in einer Schublade liegen und nicht verschwinden, sondern in der Familie weiter getragen werden, von einer anderen Person und in einer anderen Form.
Das ist gestalterisch eine ungewöhnliche Aufgabe, weil das Ergebnis zwei Menschen gerecht werden muss: dem, von dem das Material kommt, und der, die es tragen wird. Ein Herrenehering und ein Anhänger für eine Tochter haben nicht denselben Charakter.
Der Weg hier war klug gewählt: Der Ring bleibt als Ring erkennbar und fasst einen Stein ein. Damit ist beides sichtbar, die Herkunft und die neue Form.
Warum ein Rotgoldring einen Stein gut einfasst
Ein Trauring hat eine Eigenschaft, die ihn für diesen Zweck geeignet macht: Er ist ein geschlossener Kreis mit gleichmässiger Materialstärke. Damit ist er die natürliche Fassung für einen runden oder ovalen Stein, ohne dass viel umgeformt werden muss.
Was zu klären ist: Der Innendurchmesser des Ringes bestimmt die maximale Steingrösse. Ist der Stein kleiner, braucht es Halteelemente, die ihn zentrieren. Und die Öse muss so sitzen, dass der Anhänger gerade hängt, was bei einem Ring nicht selbstverständlich ist, weil er von sich aus keine Oben-Unten-Richtung hat.
Rotgold hat für diesen Zweck einen Vorteil: Der höhere Kupferanteil macht es etwas härter als Gelbgold, was für eine tragende Fassung günstig ist.
Mondstein, und was er braucht
Mondstein gehört zu den Feldspaten, und sein Schimmer, Adularisieren genannt, entsteht durch feine Schichten im Kristall, die das Licht brechen und einen wandernden bläulichen Schein ergeben. Damit dieser Effekt sichtbar wird, muss der Stein als Cabochon geschliffen sein, also gewölbt und ohne Facetten.
Was Sie wissen sollten: Mondstein ist mit einer Härte von etwa 6 bis 6,5 nach Mohs relativ weich und ausserdem spaltbar, was ihn stossempfindlich macht. Für einen Anhänger ist er deshalb gut geeignet, für einen Alltagsring weniger, weil dort mehr Stösse ankommen.
Pflege: kein Ultraschall, keine Reinigungsbäder, nicht lose mit härterem Schmuck aufbewahren. Ein weiches, leicht feuchtes Tuch genügt.
Wenn Sie ein Erinnerungsstück weitergeben möchten, melden Sie sich bei mir. Nehmen Sie sich Zeit für den Termin.







