Meine Textura-Kollektion wächst und wächst. Immer wieder entdecke ich neue spannende Oberflächen in der Natur und beginne, diese in Schmuckstücken festzuhalten. Bei diesem Ohrschmuck sollte nicht nur die Oberfläche, sondern gar die Schönheit des ganzen Objektes dargestellt werden.
Silberne Butterblumen (Bild oben)
Empfindliche Wiesenblüten standen bei diesen Ohrclips Modell. Sie sind aus 925er Sterling-Silber geschaffen und wirken durch die besonders auffallende, weissgebrannte Oberfläche besonders intensiv. Durch die Rhodinierung sind sie zudem vom Anlaufen geschützt. Auch mechanisch überzeugt dieser Ohrschmuck: Ein sogenannter Steck-Clip (ebenfalls handgefertigt in meinem Atelier) sorgt für den perfekten Sitz am Ohr bei gleichzeitig hohem Tragekomfort.
Die Ohrstecker zeigen die filigranen Adern eines Blattes und sind 925er-Silber gefertigt und rhodiniert. (Beim Rhodinieren wird das Schmuckstück zusätzlich veredelt und vor dem Silber-typischen «Anlaufen» (Sulfidieren) geschützt.) Durch meine Textura-Technik bleibt das Schmuckstück trotz hoher Detaildichte angenehm leicht und bietet einen hohen Tragekomfort.
Die ganze Form statt nur die Oberfläche
Bei den meisten Textura-Stücken übertrage ich eine Oberfläche auf eine eigene Form. Hier ist es anders: Die Blüte selbst ist die Form, nicht nur ihre Textur.
Das ist die schwierigere Aufgabe, weil eine Blüte aus dünnen, geschwungenen Blättern besteht, die im Metall entweder zu massiv oder zu labil werden. Was hilft, ist eine leichte Wölbung jedes Blattes: Ein gewölbtes Blech ist deutlich formstabiler als ein flaches derselben Stärke, wie bei einem Wellblech. So bleibt das Stück filigran und hält trotzdem.
Bei den Ohrsteckern mit den Blattadern ist die Aufgabe umgekehrt: Dort trägt eine geschlossene Fläche eine sehr feine Zeichnung. Die Herausforderung liegt in der Tiefe, denn die Adern müssen tief genug sein, um Schatten zu werfen, und flach genug, dass das Blatt nicht durchbrochen wird.
Weissgebrannt und rhodiniert
Zwei Begriffe aus dem Text, die erklärt gehören.
Weissgebrannt heisst, dass die Oberfläche durch Erhitzen und anschliessendes Behandeln aufgehellt wird. Bei Silberlegierungen wandert dabei das enthaltene Kupfer aus den obersten Schichten, zurück bleibt eine feinporige, sehr helle Silberoberfläche mit einem samtigen, matten Weiss. Sie wirkt völlig anders als poliertes Silber: nicht spiegelnd, sondern leuchtend.
Rhodiniert heisst, dass darüber eine sehr dünne Schicht Rhodium aufgebracht ist. Rhodium gehört zur Platingruppe, ist ausgesprochen hart und läuft nicht an. Damit ist das grösste Problem von Silber gelöst, nämlich das Sulfidieren, also das Dunkelwerden durch Schwefelverbindungen in der Luft.
Die Schicht ist dünn und nutzt sich mit den Jahren ab, zuerst dort, wo etwas reibt. Neu rhodinieren lässt sich beliebig oft. Keine Polierpaste darauf, sie nimmt genau diese Schicht weg.
Der handgefertigte Steckclip
Ein Steckclip verbindet Stift und Clip: Der Stift geht durch das Ohrloch und gibt die Position vor, der Clip legt sich hinter das Ohrläppchen und trägt einen Teil des Gewichts.
Dass er von Hand gefertigt ist und nicht zugekauft, hat einen konkreten Vorteil: Die Federkraft lässt sich auf das Stück abstimmen. Ein zugekaufter Clip ist auf ein durchschnittliches Gewicht ausgelegt und sitzt bei einem leichten Stück zu fest oder bei einem schwereren zu locker.
Weiteren Ohrschmuck finden Sie in meinem Schaufenster.








