Mein Kunde hatte seine Frau vor einiger Zeit mit Ohrsteckern aus meinem Atelier überrascht. Ob diesem Geschenk erfreute sich die Trägern stets aufs neue, so dass der Wunsch nach einem passenden Halsschmuck aufkam. So trat der Kunde an mich heran.
Der Blick auf die Ohrstecker war hilfreich, schnell sah ich die Idee für einen passenden Anhänger vor mir. Stift und Papier gezückt und schon konnte ich dem Kunden eine Skizze vom zu fertigenden Anhänger zeigen.
So erhielt ich dann den Auftrag und freute mich, einige Arbeitsstunden später den Anhänger an einer fünffachen Edelstahl-Saite übergeben zu dürfen.
Ich freute mich natürlich riesig, als ich erfuhr, dass die Freude der Beschenkten sehr gross war.
Ergänzen heisst nicht wiederholen
Wenn ein Stück zu vorhandenem Schmuck passen soll, ist die naheliegende Lösung, das Motiv einfach zu übernehmen. Das ist meist die schlechtere Wahl.
Ein Anhänger, der die Ohrstecker verkleinert oder vergrössert wiederholt, wirkt zusammen mit ihnen wie ein Set aus dem Katalog. Ausserdem funktioniert dieselbe Form an zwei so unterschiedlichen Orten selten gleich gut: Ein Ohrstecker wird von vorne und leicht von der Seite gesehen und ist klein, ein Anhänger hängt frei und darf grösser sein.
Was besser funktioniert, ist eine Verbindung über ein Element und eine eigene Form für den Rest. Dasselbe Material, dieselbe Oberflächenbehandlung, ein gemeinsames Detail. Dann kann man beides zusammen tragen oder einzeln, und keines wirkt unvollständig.
Warum der Blick auf das Original hilft
Im Text steht, dass ein Blick auf die Ohrstecker genügte, um die Idee zu sehen, und das ist keine Floskel. An einem vorhandenen Stück lese ich Dinge ab, die keine Beschreibung liefert: die genaue Legierung, die Art der Politur, wie fein die Kanten gearbeitet sind, welche Formensprache die Trägerin mag.
Deshalb ist meine erste Bitte bei solchen Aufträgen immer dieselbe: Bringen Sie das vorhandene Stück mit. Ein Foto hilft für die Richtung, ersetzt aber nicht das Original, weil Oberfläche und Farbton auf Bildern nie stimmen.
Wenn das Stück nicht abgegeben werden kann, weil es ein Geschenk überraschen soll, genügt oft auch, es einmal für eine halbe Stunde bei mir zu haben. Ich messe und notiere, was ich brauche.
Die fünffache Edelstahlsaite
Der Anhänger hängt an einer Saite aus fünf parallel laufenden Edelstahldrähten. Diese Lösung mag ich für Anhänger, deren Form die Hauptrolle spielt.
Sie ist beinahe unsichtbar, der Anhänger scheint frei zu schweben, und sie ist ausgesprochen reissfest. Mehrere Drähte statt eines geben zudem etwas mehr Präsenz am Hals als eine einzelne Saite, ohne mit dem Anhänger zu konkurrieren.
Was Sie beachten sollten: Eine Saite verträgt keine engen Knicke, weil die feinen Drähte an einer Knickstelle ermüden. Aufbewahren also hängend oder locker liegend. Weitere Anhänger und Ketten finden Sie in meinem Schaufenster für Halsschmuck.







