Bei diesem besonders schönen Kundenauftrag durfte ich meine Kreativität voll ausleben.
Die Idee des Anhängers – oder besser der beiden Anhänger – ist, dass die Lebenswege zweier sich liebenden Menschen als «Lebensbaum» dargestellt werden. Beide haben ihre eigenen Wurzeln und zahlreiche Verästelungen. Dennoch sind sie nur zusammen vollständig, gehören daher zusammen und bilden gemeinsam eine Einheit.
Den Lebensbaum habe ich in Wachs modelliert und danach in Gelbgold gegossen, danach ausgearbeitet, mattiert und poliert. Die Ösen sind aus massivem Material handgefertigt. Die Rückseiten der Anhänger habe ich mit den Namen des Paares graviert.
Ich hoffe nun, dass dieses Schmuckstück die beiden viele Jahre lang begleiten und erfreuen wird und wünsche für den weiteren Lebensweg alles Gute.
Partnerschmuck, der einzeln funktionieren muss
Bei zwei Stücken, die zusammengehören, gibt es eine Falle: Wenn sie nur gemeinsam ein Bild ergeben, wirkt jedes einzeln unfertig. Getragen werden sie aber meist einzeln, von zwei Menschen an zwei Orten.
Beim Lebensbaum löst sich das über das Motiv. Jeder Anhänger hat eigene Wurzeln und eigene Verästelungen, ist also für sich eine vollständige Form. Dass beide zusammen erst die Einheit ergeben, erkennt man, wenn man sie nebeneinander legt, und wer sie einzeln sieht, sieht einen Baum und kein halbes Stück.
Andere Wege, die ich gerne gehe: dasselbe Material bei unterschiedlicher Form, dieselbe Oberflächenbehandlung, oder eine Linie, die bei beiden Stücken an derselben Stelle sitzt. Auch eine geteilte Gravur funktioniert, sofern jede Hälfte allein lesbar bleibt.
Wachs modellieren für eine verzweigte Form
Ein Baum mit Wurzeln und Ästen lässt sich nicht aus Blech sägen, dafür ist er zu plastisch. Deshalb entsteht so ein Stück über ein Wachsmodell, das später in Edelmetall gegossen wird.
Beim Modellieren einer verzweigten Form ist die Statik das Thema. Jeder Ast ist ein Hebel, und ein Anhänger wird beim Tragen bewegt und angestossen. Also müssen die Äste dort, wo sie ansetzen, kräftiger sein als an den Spitzen, so wie beim echten Baum. Wer sie gleichmässig dick lässt, bekommt eine Form, die entweder plump aussieht oder bricht.
Wie aus dem Wachsmodell ein Schmuckstück aus Gold wird, habe ich in Aus Wachs wird Gold beschrieben. Weil das Modell beim Guss zerstört wird, gibt es von jedem genau ein Stück.
Mattiert, poliert, graviert
Nach dem Guss folgt die längere Hälfte der Arbeit. Der Gussansatz wird abgesägt, die Form ausgearbeitet, und dann entscheidet sich über die Oberfläche, wie der Baum wirkt: Mattiert wirkt er ruhig und holzig, poliert glänzend und schmückend. Bei diesem Paar ist beides kombiniert, was der Form Tiefe gibt.
Die Ösen sind aus massivem Material von Hand gefertigt und nicht mitgegossen. An der Stelle, die das ganze Gewicht trägt, ist geschmiedetes Material verlässlicher, weil sein Gefüge dichter ist.
Die Namen auf den Rückseiten sind von Hand gestochen. Weitere Kundenanfertigungen finden Sie im Schaufenster.









Das ist wirklich schön! an sowas wäre ich tatsächlich interessiert, die idee hat mich total begeistert. Kann man sowas aus silber herstellen lassen?
Wäre um eine antwort sehr dankbar,
grüße,
sascha
Hätte Interesse an solchen Anhängern- viell in Weissgold? Liebe Grüße,Dragana Sikman Wolfschütz