Meistens ist die Gravur Nebensache – dient eher dazu, dass «Mann» das Hochzeitsdatum nicht vergisst 😉
Nun, das muss nicht zwingend so sein. Eine Gravur kann, sorgfältig von Hand ins Material gestochen, ein regelrechter Blickfang werden.
So durfte ich für dieses Hochzeitspaar ein paar Rotgold-Trauringe anfertigen, welche sowohl innen wie aussen eine exakte Handgravur tragen. Innen eher der klassische Inhalt, Namen und Datum, aussen ein ganz persönlicher Liebesschwur.
Ich freue mich sehr, wenn meine Kunden mich mit ihren Ideen konfrontieren und wir gemeinsam eine ganz individuelle Kreation entwickeln können. Denn Eheringe sollen so besonders und einzigartig sein, wie es auch deren Träger sind.
Gravur aussen: was dafür und was dagegen spricht
Die meisten Gravuren sitzen innen, und das hat gute Gründe. Innen ist die Schrift geschützt, sie bleibt über Jahrzehnte lesbar, und sie gehört nur den beiden, die die Ringe tragen.
Aussen ist es anders. Dort wird die Gravur Teil der Gestaltung, sie ist sichtbar, und sie verändert den Charakter des Ringes vollständig. Zugleich ist sie der Belastung ausgesetzt: Ein Ehering stösst täglich gegen Türgriffe, Werkzeug und Tischkanten. Eine aussen liegende Gravur wird deshalb mit den Jahren weicher in den Kanten.
Das ist kein Argument dagegen, sondern ein Argument für die richtige Ausführung. Von Hand mit dem Stichel gestochen, geht der Schnitt tief genug ins Material, dass er das überlebt. Eine flach eingebrachte Maschinen- oder Lasergravur würde aussen deutlich schneller verblassen. Bei diesem Paar habe ich innen und aussen von Hand gestochen, und aussen entsprechend tiefer.
Was eine Handgravur ausmacht
Beim Gravieren von Hand schneidet der Stichel eine V-förmige Furche ins Metall. Die entstehende Schnittfläche ist spiegelblank und bricht das Licht, weshalb eine Handgravur glänzt und Tiefe hat. Eine gefräste Gravur hat dagegen einen runden Grund und wirkt flacher, eine Lasergravur liegt nur oberflächlich auf.
Der eigentliche Unterschied ist aber ein anderer: Bei der Handgravur ist jeder Strich eine Entscheidung. Druck, Winkel und Geschwindigkeit bestimmen, wie breit und wie tief die Linie wird, und daraus entsteht der Rhythmus einer Schrift. Zurücknehmen kann man nichts. Deshalb dauert es, und deshalb sieht man den Unterschied.
Rotgold und warum es rot ist
Rotgold bekommt seinen Ton durch einen höheren Kupferanteil in der Legierung. Der Goldgehalt bleibt dabei derselbe wie bei Gelbgold, bei 750er Gold also 75 Prozent; verändert wird nur, was die übrigen 25 Prozent ausmachen. Mehr Kupfer bedeutet mehr Rot, und es bedeutet auch eine etwas härtere Legierung.
Für eine Gravur ist das günstig. Ein härteres Material hält die Kanten des Schnitts länger scharf. Und optisch kommt eine Gravur auf Rotgold gut zur Wirkung, weil der warme Grundton und die aufblitzende Schnittfläche einen deutlichen Unterschied ergeben.
Mehr zu Legierungen und Feingehalt steht in meinem Beitrag über Karat und 750er Gold, und was bei Trauringen sonst möglich ist, auf meiner Seite zu Trauringen.







