Gibt es bei Schmuck eine saisonale Abhängigkeit? Ich glaube dies zwar nicht, dennoch gibt es gewisse Schmuckstücke, die z.B. grad in der festlichen Winterzeit besonders toll passen.
Bei einem schönen Herbstspaziergang mit meinem Hund entdeckte ich einen kleinen unscheinbaren Nadelbaumzapfen. Beim Betrachten entdeckte ich eine Ähnlichkeit zu einem Eiszapfen und schon ratterte es in meinem Gehirn, was ich damit anstellen könnte. Bald darauf werkelte ich in meinem Goldschmiedeatelier und gestaltete davon inspiriert einen einen schmucken Anhänger, das Funkeln der Eiskristalle erreichte ich durch das Platzieren von drei unterschiedlich grossen Brillanten. Der Anhänger selbst ist aus Titan gefertigt und ist somit sehr angenehm zu tragen.
Herausgekommen ist ein besonderes Einzelstück, welches vielleicht schon bald das Dekolleté ihrer Liebsten ziert.
Von der Naturform zum Schmuckstück
Ein Zapfen ist ein dankbares Vorbild, weil er eine Ordnung hat, die von selbst schön wirkt: Die Schuppen sitzen in Spiralen, und ihre Grösse nimmt von der Mitte zu den Enden ab. Wer das übernimmt, bekommt eine Form, die stimmig aussieht, ohne dass man erklären könnte, warum.
Was man nicht übernehmen kann, ist die Feinheit. Ein echter Zapfen hat dünne, abstehende Schuppen, die im Metall entweder brechen oder an der Kleidung hängen bleiben. Deshalb werden die Schuppen beim Übertragen kräftiger und die Spitzen leicht verrundet, während die Anordnung erhalten bleibt. Das ist die eigentliche Arbeit: reduzieren, ohne dass es nach Reduktion aussieht.
Beim Zapfen kommt eine Frage dazu, die viele unterschätzen: Wo sitzt die Öse? Bei einer länglichen Form entscheidet sie darüber, ob das Stück gerade hängt oder schräg. Bei einem Zapfen wirkt die Aufhängung am dünneren Ende richtig, weil er in der Natur so hängt.
Drei Brillanten in unterschiedlichen Grössen
Dass die drei Steine unterschiedlich gross sind, ist kein Zufall und der wichtigste gestalterische Entscheid an diesem Stück.
Drei gleich grosse Steine wirken wie eine Reihe und ziehen das Auge in eine gerade Linie. Drei gestaffelte wirken wie gewachsen, denn in der Natur ist nichts gleich gross. Zusätzlich entsteht Tiefe: Das Auge liest den grösseren Stein als näher und den kleineren als weiter entfernt.
Für das Funkeln zählt ausserdem der Abstand. Zu eng gesetzt verschmelzen die Lichtpunkte zu einem, zu weit auseinander wirken sie beliebig. Ich lege solche Steine mehrmals aus und betrachte sie aus Armlänge, bevor ich fasse.
Warum Titan bei einem verzweigten Stück
Eine Form mit vielen Vorsprüngen hat viel Oberfläche und wäre in Gold entsprechend schwer. Titan ist etwa dreimal leichter, weshalb das Stück kräftig ausfallen darf, ohne am Hals zu ziehen.
Dazu passt die Farbe: Das matte Grau von Titan wirkt kühl und nimmt dem Zapfen jede Süsslichkeit, während es die Brillanten als Lichtpunkte umso deutlicher hervortreten lässt.
Ob Schmuck eine Jahreszeit hat, glaube ich übrigens auch nicht. Aber es gibt Stücke, die im Winter besonders am Platz sind. Weitere Anhänger finden Sie im Schaufenster für Halsschmuck.







