Dieses beeindruckende Schmuckstück aus Titan besticht durch den grossen cognacfarbenen – mein Mann spricht wohl eher von einem «whiskyfarbenen» – Brillanten. Ich verliebte mich in diesen sofort, als mein Diamanthändler ihn mir präsentierte. Die opulente Grösse schrie förmlich nach einer Ringkreation, bei welcher er in seiner vollen Pracht erstrahlen kann.
Ich entschied mich für einen Solitär aus Titan, eine Art Spannring. (Genau genommen ist es kein waschechter Spannring, ein kleiner Steg verbindet die beiden «Enden» und gibt damit dem Stein zusätzlichen Halt und Stabilität.) Da der Brillant auch seitlich dem Lichteinfluss untersteht, kommt seine einzigartige warme Farbgebung besonders gut zur Geltung.
Der Ring ist herrlich zu tragen. Das Titan ist leicht und fühlt sich sehr hautfreundlich an, ist zudem antiallergen und sehr robust und widerstandsfähig.
Der Steg macht den Unterschied
Im Text steht, dass dies genau genommen kein echter Spannring ist, weil ein kleiner Steg die beiden Enden verbindet. Dieses Detail ist wichtiger, als es klingt.
Bei einem echten Spannring hält allein die Spannung des Metalls den Stein. Das sieht spektakulär aus und hat zwei Nachteile: Die Spannung muss über Jahrzehnte erhalten bleiben, und ein Stoss auf die Ringschiene wirkt direkt auf den Stein.
Ein Steg nimmt beides auf. Er verbindet die Enden, trägt die Kräfte und gibt dem Stein eine dritte Auflage. Der Ring wird dadurch verwindungssteifer, der Stein sitzt sicherer, und der schwebende Eindruck bleibt erhalten, weil der Steg unterhalb des Steins verläuft und von oben kaum zu sehen ist.
Bei einem grossen Stein wie diesem ist das die richtige Wahl. Je schwerer der Stein, desto mehr Kraft wirkt beim Anstossen, und desto weniger sollte man sich auf Spannung allein verlassen.
Warum der Stein auch von der Seite Licht braucht
Ein Diamant funkelt, weil Licht in ihn eintritt, an den Facetten mehrfach gespiegelt wird und wieder austritt. Bei einer geschlossenen Fassung kommt Licht nur von oben. Bei einer offenen Konstruktion wie hier auch von der Seite und von unten.
Bei einem farbigen Stein ist das entscheidender als bei einem farblosen. Die Farbe entsteht dadurch, dass der Kristall einen Teil des Lichts absorbiert, also braucht er Licht, um seine Farbe zu zeigen. Ein cognacfarbener Brillant in einer geschlossenen Fassung wirkt dunkel und stumpf, derselbe Stein offen gefasst leuchtet warm.
Naturfarbene Diamanten
Cognacfarben heisst, dass die Farbe aus dem Kristall selbst kommt. Bei gelben und braunen Tönen entsteht sie durch Stickstoffatome im Kristallgitter, die einen Teil des Lichts wegnehmen.
Lange galten solche Steine als zweite Wahl, weil das Ideal der farblose Diamant war. Das hat sich gedreht, und es hat einen handfesten Vorteil: Bei einem farblosen Diamanten schlagen ein leichter Gelbstich und kleine Einschlüsse stark auf den Preis durch. Bei einem farbigen ist die Farbe das Merkmal, weshalb man für dasselbe Geld deutlich mehr Stein bekommt.
Neben dem grauen Titan wirkt ein warmer Braunton ausserdem stimmiger als ein makelloses Weiss, das dort fremd aussieht. Mehr zu Steinen und Fassungen auf meiner Seite zu Verlobungsringen.







