Titan – hart, leicht, roh. Gold – warm, weich, edel.
Männer sind keine typischen Schmuckträger. Ich empfinde es als grosse Herausforderung, ein Schmuckstück zu gestalten, welches cool und zugleich männlich wirkt, leicht und angenehm zu tragen ist und eine markante Wirkung nach aussen hat. Besonders für Männerschmuck mag ich deshalb Titan als Ausgangsmaterial. Es ist überaus leicht, unkompliziert im Tragen und wirkt durch die typische Farbgebung.
Verschiedene Modelle habe ich gestaltet, jeweils ergänzt mit handgeschmiedeten Elementen aus Gelbgold, stets ein Unikat und Einzelstück.
Was Herrenschmuck aushalten muss
Meine Erfahrung nach vielen Jahren ist ziemlich klar: Schmuck für Männer scheitert fast immer an einem von drei Punkten. Er ist zu schwer, er glänzt zu sehr, oder er sieht aus wie eine kleinere Version von Damenschmuck.
Titan löst alle drei auf einmal. Es ist etwa dreimal leichter als Gold, weshalb eine Kette kräftig sein darf und trotzdem nicht am Hals zieht. Es ist von Natur aus grau und matt, wirkt also technisch statt schmückend. Und weil es im Schmuck selten ist, wirkt ein Titanstück nicht wie eine abgeleitete Form von etwas anderem.
Dazu kommt der praktische Punkt: Titan gibt praktisch nichts an die Haut ab. Für einen Anhänger oder eine Kette, die dauernd getragen und beim Sport oder im Beruf nicht abgenommen wird, ist das entscheidend. Wer auf Nickel reagiert, kann Titan tragen.
Warum die Goldelemente von Hand geschmiedet sind
Sie sind nicht nur Farbakzent, sondern haben eine Aufgabe. Titan lässt sich nicht wie Gold löten, weil es bei hohen Temperaturen mit der Luft reagiert und spröde wird. Verbindungen müssen also anders gedacht werden, mechanisch oder über eingesetzte Teile aus einem lötbaren Metall.
Genau dort sitzen die Goldelemente. Aus der technischen Notwendigkeit wird ein gestalterisches Mittel, und das ist mir bei der Arbeit oft das Liebste: Wenn ein Detail nicht aufgesetzt ist, sondern einen Grund hat, sieht man das dem Stück an.
Geschmiedet und nicht gegossen ist dabei kein Zufall. Beim Schmieden wird das Gefüge des Metalls verdichtet, das Material wird belastbarer. An einer Verbindungsstelle, die bei jeder Bewegung arbeitet, zählt das.
Die richtige Länge
Bei Herrenketten wird die Länge oft falsch gewählt, und sie entscheidet mehr über das Ergebnis als das Motiv.
Wer die Kette unter dem Hemd trägt, braucht sie kürzer, damit sie nicht am Kragen sichtbar wird und nicht im Hemd verrutscht. Wer sie zeigen möchte, wählt länger, damit der Anhänger unter dem offenen Kragen sitzt und nicht darin verschwindet. Und wer sie beim Sport trägt, sollte sie eher kürzer nehmen, weil eine lange Kette bei Bewegung schlägt.
Weil ich jedes Stück einzeln fertige, legen wir die Länge gemeinsam fest, und zwar am besten mit angezogenem Hemd. Weitere Herrenstücke finden Sie in meinem Schaufenster für Halsschmuck.












