Florence und Roland sind seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Ihre Trauringe waren damals – der Zeit entsprechend – eher feine, schlichte Gelbgoldringe. Es wuchs ihr Wunsch nach etwas Modernerem, breiter und massiver. Und dennoch sollte die Symbolik der Trauringe nicht zerstört werden.
Die Idee war schnell gefunden: Es sollte eine Symbiose zwischen dem bestehenden Ring und meiner Textura-Linie werden. Ich gestaltete hierfür eine Art «Überring», der den alten Ring in sich aufnehmen und ergänzen kann. Er ist aus Weissgold gefertigt und verleiht damit auch farblich einen ganz neuen Akzent.
Jeden Montag sehe ich die beiden Ringe, bzw. die beiden lieben Menschen, miteinander leidenschaftlich in ihrer Tanzschule tanzend, ihre Ringe stolz tragend. Das macht mir Freude!
Der Überring als Lösung
Wenn alte Trauringe nicht mehr gefallen, ist die naheliegende Antwort das Einschmelzen. Bei einem Ehering ist das aber gerade nicht das, was viele wollen: Als Material wäre er noch da, als Gegenstand nicht mehr.
Ein Überring löst das. Der originale Ring bleibt vollständig erhalten, wird nicht getrennt und nicht verändert. Dazu entsteht ein breiterer Ring, der ihn aufnimmt. Aussen sieht man ein zeitgemässes Stück, innen liegt der alte Ring und berührt weiterhin die Haut.
Der Farbwechsel ist hier Teil der Idee: Der alte Ring ist aus Gelbgold, der neue aus Weissgold. Das ergibt an der Innenkante einen sichtbaren Übergang, und der ist gewollt, weil man dem Ring damit ansieht, dass zwei Zeiten darin stecken. Man könnte es auch verstecken, indem man dieselbe Farbe wählt.
Was vorher zu klären ist
Zwei Dinge, und beide vor dem ersten Handgriff.
Die Grösse. Der alte Ring gibt den Innendurchmesser vor, und der neue baut darauf auf. Passt der alte nicht mehr, muss er zuerst angepasst werden, und das ist bei einem Erinnerungsstück eine bewusste Entscheidung. Was möglich ist, hängt vom Ring ab, mehr dazu in Ring zu gross oder zu klein?
Die Breite. Ein Ring, der einen anderen aufnimmt, wird zwangsläufig breiter und schwerer als der ursprüngliche. Wer dreissig Jahre einen feinen Ring getragen hat, muss das ausprobieren, bevor wir es festlegen. Deshalb arbeite ich hier mit einem Modell zum Anprobieren.
Warum solche Aufträge Freude machen
Bei einem Überring geht es nicht darum, etwas Neues zu machen, sondern etwas Vorhandenes weiterzuführen. Der Ring bekommt eine zweite Geschichte, ohne die erste zu verlieren.
Dass ich die beiden hier jeden Montag beim Tanzen sehe und die Ringe an ihren Händen erkenne, ist der Teil meines Berufs, den man in keiner Werkstattbeschreibung findet. Ein Ring in einer Schublade nützt niemandem, ein getragener erzählt weiter.
Wenn Sie ein Stück haben, das Sie nicht hergeben, aber auch nicht mehr tragen, bringen Sie es mit. Melden Sie sich bei mir, ich sehe es an und sage Ihnen, was möglich ist.








Liebe Gabriela
Nochmals ganz herzlichen Dank für Deine tolle Arbeit. Wir tragen die Ringe mit Stolz, nicht nur weil wir seit 25 Jahre verheiratet sind sondern weil es wirklich wunderschöne Objekte geworden sind! Wir freuen uns auf die nächsten Tanzstunden mit Euch.
Herzliche Grüsse
Roland & Florence