Stehen bleiben bringt einen nicht weiter. Getreu dieser Philosophie suche ich immer wieder nach neuen Inspirationen und werde nicht selten in der Natur fündig. So entstand die Textura-Collection, in welcher ich organische Strukturen und Oberflächen in meine Schmuckstücke einarbeite. Diese Collection wächst stetig. Gerne möchte ich Ihnen heute einige dieser Neuzugänge vorstellen…
Wie eine Naturstruktur ins Metall kommt
Die Frage, die mir zur Textura-Collection am häufigsten gestellt wird: Wird die Struktur abgeformt oder gemacht?
Beides ist möglich, und die Ergebnisse unterscheiden sich deutlich. Bei einer Abformung überträgt man eine vorhandene Oberfläche, etwa eine Rinde oder eine Blattstruktur, über ein Modell in das Metall. Das Resultat ist naturgetreu, wirkt aber manchmal wie eine Kopie und verliert an einem gewölbten Ring seine Logik, weil die Struktur nicht dorthin gewachsen ist.
Der andere Weg ist, die Struktur von Hand zu entwickeln, mit der Natur als Vorbild und nicht als Vorlage. Dann folgt sie der Form des Ringes: Sie wird dort dichter, wo sich das Material wölbt, und läuft dort aus, wo der Ring schmaler wird. Das ist mehr Arbeit und wirkt am Ende natürlicher als das Abbild.
Warum kein Stück dem anderen gleicht
Eine Struktur, die von Hand entsteht, lässt sich nicht wiederholen. Ich kann dieselbe Handschrift anlegen, aber nicht dasselbe Muster. Wer zwei Ringe aus dieser Linie nebeneinander legt, sieht die Verwandtschaft und trotzdem zwei verschiedene Stücke.
Bei Trauringen ist das ein Vorteil. Die beiden Ringe gehören sichtbar zusammen, ohne identisch zu sein, und viele Paare empfinden das als treffender als ein gleiches Paar.
Was ich dabei nicht kann: zu einem vorhandenen Ring nachträglich das exakt passende Gegenstück herstellen. Wenn ein Paar später einen dritten Ring in derselben Linie möchte, wird er ein Geschwister und kein Zwilling.
Wie sich eine Struktur im Alltag hält
Erstaunlich gut, und besser als eine polierte Fläche. Auf einer strukturierten Oberfläche verschwinden feine Kratzer im Muster, statt als Linien sichtbar zu bleiben. Was mit den Jahren passiert, ist etwas anderes: Die erhabenen Stellen werden durch Berührung leicht glänzend, während die Vertiefungen matt bleiben. Der Ring bekommt dadurch mehr Tiefe, nicht weniger.
Was Sie meiden sollten, ist die Politur mit Paste. Sie nimmt genau die Spitzen weg, die die Struktur ausmachen. Bringen Sie das Stück lieber alle paar Jahre zu mir, dann frische ich es fachgerecht auf. Die ganze Linie sehen Sie im Schaufenster der Textura-Collection.


















