Meistens lerne ich meine Kunden in meinem Ladenatelier persönlich kennen. Meistens stellt der Mann den Heiratsantrag. Und meistens ist ein Ring das Symbol für die ewige Zusammengehörigkeit.
Doch manchmal gibt es auch ganz besondere Ausnahmen…
In diesem Fall erreichte mich die Anfrage per E-Mail… und es sollten noch viele, lange E-Mails folgen. Es war eine Frau, welche ihrem Freund während ihren Ferien im romantischen Venedig den Eheantrag machen wollte. Und, sie wollte hierfür keinen Verlobungsring, sondern zwei Anhänger.
Sonne und Mond – Beide gehören zusammen, beide ergänzen sich, beide schauen zueinander.
Diese Symbolik wollten wir in den Anhängern zum Ausdruck bringen. Wir skizzierten, brüteten über Ideen und kamen schrittweise dem Ergebnis näher. So erstrahlen die Anhänger nun, gefertigt aus Silber und Gelbgold, besetzt mit funkelnden Brillanten, und begleiten das junge Paar hoffentlich bis in alle Ewigkeit.
Wenn es kein Ring sein soll
Dieser Auftrag ist mir geblieben, weil zwei Dinge anders waren als üblich: Die Frau machte den Antrag, und sie wollte keine Ringe. Beides kommt vor, und beides ist eine gute Idee, wenn es zum Paar passt.
Anhänger haben gegenüber Ringen praktische Vorteile, die selten erwähnt werden. Sie brauchen keine Grösse, was bei einer Überraschung das grösste Hindernis wegnimmt. Sie fallen unter dem Hemd nicht auf, was in Berufen mit Schmuckverbot zählt. Und sie lassen sich zu zweit gestalten, ohne dass beide Stücke gleich aussehen müssen.
Wer im Alltag keinen Ring tragen kann, etwa in der Pflege, in der Küche oder an Maschinen, findet hier oft die bessere Lösung als in einem Ring, der ohnehin in der Schublade liegt.
Zwei Stücke, die zusammengehören
Bei Partnerschmuck ist die gestalterische Aufgabe immer dieselbe: Die beiden Teile müssen für sich funktionieren und trotzdem als Paar erkennbar sein. Wenn sie nur zusammen ein Bild ergeben, wirkt jedes einzeln unfertig, und getragen werden sie meist einzeln.
Sonne und Mond lösen das von selbst, weil beide Formen für sich vollständig sind und die Zugehörigkeit über das Motiv entsteht. Andere Wege, die ich gerne gehe, sind ein gemeinsames Material bei unterschiedlicher Form, dieselbe Oberflächenbehandlung, oder eine Linie, die bei beiden Stücken an derselben Stelle sitzt. Auch eine geteilte Gravur funktioniert, wenn jede Hälfte allein lesbar bleibt.
Eine Anfertigung auf Distanz
Diese Anfertigung ist per E-Mail entstanden, über viele Nachrichten hinweg. Das geht, und ich mache es öfter, gerade bei Kundschaft, die nicht in der Nähe wohnt. Es braucht dann mehr Skizzen und mehr Zwischenschritte, weil das schnelle Zeigen und Anfassen im Laden wegfällt.
Was auf Distanz gut funktioniert, sind Anhänger, Ketten und Ohrschmuck, weil dort keine exakte Grösse nötig ist. Was ich lieber vor Ort mache, sind Ringe, und zwar wegen des Masses. Und bei einem Ring mit Fingerabdruck geht es ohnehin nicht anders, dafür brauche ich Ihre Hände.
Wenn Sie eine Idee für ein Paar Schmuckstücke haben, schreiben Sie mir. Weitere Kundenanfertigungen finden Sie im Schaufenster.








