Es gibt viele schöne Seiten an meinem Beruf als Goldschmied. Besonders gefällt mir, dass der Symbolik grosse Bedeutung eingeräumt wird. Die Träger sehen nicht nur das Material, vielmehr wird das Schmuckstück zu einer Aussage. Wird es jemandem geschenkt, vertieft und stärkt es die Beziehung zwischen dem Schenkenden und Beschenkten. So fühle ich beim Gestalten und Herstellen eines Schmuckstücks eine tiefe Kraft, welche mich immer wieder antreibt. Ich glaube gar, dass dadurch in jedem einzelnen Stück ein kleines bisschen Meinerselbst sein Zuhause findet.
Diesen Anhänger aus Silber habe ich für einen Vater geschaffen, der ihn seinem geliebten Sohn schenkte, als Zeichen tiefer Liebe zwischen Vater und Sohn. Das chinesische Schriftzeichen wurde von Hand ins Material gestochen.
Ein Schriftzeichen von Hand stechen
Ein Schriftzeichen ist keine Zeichnung, sondern eine Schrift, und das macht es beim Gravieren anspruchsvoller als ein Symbol.
Bei chinesischen Zeichen zählen Strichfolge, Strichstärke und die Verhältnisse der Teile zueinander. Verändert man eines davon zu stark, wirkt das Zeichen für jemanden, der die Schrift lesen kann, falsch oder ungeschickt geschrieben, so wie ein lateinischer Buchstabe mit vertauschten Proportionen. Zugleich muss ich die Striche für das Material anpassen, weil ein hauchfeiner Strich im Metall nicht hält.
Von Hand mit dem Stichel gestochen hat einen Vorteil: Die V-förmige Schnittfläche ist spiegelblank und bricht das Licht, weshalb die Gravur glänzt und Tiefe bekommt. Bei einem Zeichen, das aus wenigen kräftigen Strichen besteht, wirkt das deutlich stärker als eine flache Lasergravur.
Was ich vorher kläre
Bei Schriftzeichen aus einer Sprache, die ich nicht lese, gilt bei mir eine Regel: Die Bedeutung muss von jemandem bestätigt sein, der die Schrift beherrscht. Nicht von einem Übersetzungsprogramm.
Der Grund ist einfach. Ein Zeichen kann je nach Zusammenhang mehrere Bedeutungen haben, und es gibt Vorlagen im Umlauf, die schlicht falsch sind. Ein Schmuckstück, das jemand jahrzehntelang trägt, ist der falsche Ort für eine solche Überraschung.
Bringen Sie deshalb eine Vorlage mit, deren Herkunft Sie kennen, am besten von einer Person geschrieben, die die Sprache spricht. Dann übertrage ich sie treu.
Dasselbe gilt für Handschriften in unserer Schrift: Schreiben Sie den Text auf ein weisses Blatt, mit einem Stift, der eine klare Linie zieht, und wählen Sie den natürlichsten Versuch, nicht den sorgfältigsten. Mehr dazu in meinem Beitrag über Faksimile-Handgravur.
Silber für ein Stück, das getragen wird
Silber ist weich genug, dass eine Gravur sauber und tief gestochen werden kann, und hell genug, dass die Schnittflächen deutlich hervortreten.
Es läuft mit der Zeit an, und bei einer Gravur ist das kein Nachteil: Die Vertiefungen dunkeln zuerst nach, wodurch das Zeichen deutlicher wird. Wer die Fläche hell mag, wischt sie gelegentlich mit einem Silbertuch ab, nicht aber die Gravur selbst.
Weitere Anhänger finden Sie im Schaufenster für Halsschmuck, und für ein eigenes Stück melden Sie sich bei mir.







