In meinen über 21 Jahren, in welchen ich als Goldschmied selbständig mein Geschäft führe, habe ich so manche Innovation erschaffen. Sehr gerne nutze ich beispielsweise meine selbst entwickelte «Stone»-Inlay-Füllung für akzentuierte Effekte in meinen Schmuckstücken. Die anthrazitfarbenen Einlagen wirken durch ihren aussergewöhnlichen, metallischen Glanz der geschliffenen Hämatit-Edelsteine.
Die Vielfalt der Möglichkeiten ist riesig, hier einige Kostproben:
Diese Trauringe sind durch ihre bombierte Innenform äusserst angenehm zu tragen. Der Damenring ist rundherum mit Brillanten bestückt, beide Ringe fallen durch die kontrastreiche «Stone»-Einlage auf.
Bei dieser Variante wurde eine flache Aussenform gewählt. Der Damenring ist mit einem im Quadrat korngefassten Brillanten versehen.
Hämatit, der Stein in der Einlage
Hämatit ist ein Eisenoxid und einer der wenigen Steine mit echtem metallischem Glanz. Sein Name kommt vom griechischen Wort für Blut, weil er als Pulver rot erscheint, obwohl er als Stein stahlgrau bis schwarz ist. Genau dieser metallische Schimmer ist der Grund, warum ich ihn für die Einlage verwende: Er sieht aus wie Metall und ist doch Stein.
Mit einer Härte von etwa 5 bis 6 nach Mohs ist Hämatit deutlich weicher als ein Saphir und für sich allein zu spröde für einen Ring. Erst im Gemisch mit Harz wird daraus ein Werkstoff, der im Alltag hält: Der Stein bringt Glanz und Struktur, das Harz die Zähigkeit.
Bis das zusammen stimmte, habe ich lange experimentiert. Die Schwierigkeit lag nicht in der Optik, sondern in der Haftung: Die Einlage muss dauerhaft im Metall sitzen, auch wenn der Ring sich unter Belastung minimal verformt.
Korngefasst im Quadrat
Im Text ist von einem korngefassten Brillanten im Quadrat die Rede, und weil das Fachsprache ist, hier die Erklärung. Bei einer Kornfassung wird der Stein nicht von aufgesetzten Krappen gehalten, sondern von kleinen Metallkügelchen, die mit dem Stichel direkt aus der Ringoberfläche herausgearbeitet und über den Steinrand gedrückt werden.
Der Vorteil: Es steht fast nichts über, der Stein sitzt sehr flach und bleibt nirgends hängen. Für einen Ehering ist das die sicherste Art, einen Stein zu fassen. Der Nachteil: Es kommt weniger Licht von der Seite an den Stein, er funkelt also ruhiger als ein frei stehender Solitär.
Im Quadrat angeordnet ergeben vier Körner ein klares geometrisches Bild um den runden Stein, was einen schönen Gegensatz bildet.
Rundherum besetzt: was das bedeutet
Ein Damenring mit Brillanten rundherum, ein Memoire-Ring, sieht grosszügig aus und hat eine praktische Folge, die man vorher wissen sollte: Er lässt sich später in der Grösse kaum ändern. Wo Steine sitzen, gibt es keine Stelle zum Ansetzen oder Herausnehmen von Material.
Deshalb nehmen wir bei einem solchen Ring die Grösse besonders sorgfältig und sprechen darüber, ob sich die Ringgrösse in den nächsten Jahren voraussichtlich verändert. Mehr dazu in Ring zu gross oder zu klein?, und die Materialien finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.









