Meine Kunden suchen mich oft gerade deswegen auf: Sie möchten kein Schmuckstück ab Stange, sondern ein ganz individuelles Unikat. Hierzu horche ich aufmerksam den Schilderungen ihrer Wünsche und manchmal bereits sehr detaillierten Vorstellungen, um danach mittels Skizzen und Modellen dem Endergebnis näher zu kommen.
Manchmal bin ich selbst überrascht. Der junge Mann beschrieb mir den Verlobungsring seiner Träume: Er suchte einen zweifarbigen Fantasie-Solitär, mit geschwungenen Formen und einem grossen Brillanten. Mit jedem Wort huschte mir ein weiteres Lächeln übers Gesicht. Denn nicht lange zuvor hatte ich einen Ring gestaltet, der genau auf seine Beschreibungen passte. Als ich ihn dann hervorholte und ihm zeigte, war auch er vollends verblüfft.
Nicht ganz ein Jahr später besuchte mich der Kunde erneut, dieses Mal aber in Begleitung seiner Verlobten. Ich freute mich, hatte das Projekt «Verlobung» also geklappt.
Da ihr dieser zweifarbige Verlobungsring aus Weiss- und Gelbgold so sehr gefiel, dass sie ihn künftig als Ehering tragen wollte, erhielt ich den Auftrag, einen dazu passenden Trauring für den Bräutigam zu designen: In seiner Art verwandt, aber etwas breiter und männlicher.
Wenn der Verlobungsring zum Ehering wird
Das kommt häufiger vor, als man denkt, und es ist eine gute Lösung, wenn der Ring am richtigen Finger sitzt und gefällt. Zwei Ringe übereinander sind nicht jedermanns Sache, und ein Ring, der ohnehin schon getragen wird, hat einen Vorteil, den kein neuer hat: Er ist erprobt.
Was dabei zu klären ist, ist der Ring des Partners. Er soll dazu passen, aber nicht dasselbe sein, denn ein Fantasie-Solitär mit geschwungenen Formen lässt sich nicht einfach in eine männliche Variante übersetzen.
Was funktioniert: die Formensprache übernehmen und die Ausführung anpassen. Derselbe Schwung, dieselbe Zweifarbigkeit, aber breiter, kräftiger und ohne Stein. Dann gehören die Ringe sichtbar zusammen, ohne dass der eine wie eine verkleinerte Version des anderen aussieht.
Zweifarbig in Weiss- und Gelbgold
Diese Kombination ist die klassische unter den zweifarbigen und aus gutem Grund beliebt: Der Kontrast ist deutlich, ohne hart zu sein, und beide Farben passen zu jedem Hautton.
Beide sind 750er Gold, der Goldanteil ist also identisch. Unterschiedlich ist nur, was die übrigen 25 Prozent ausmachen: bei Weissgold meist Palladium, bei Gelbgold Silber und Kupfer.
Ein Punkt gehört dazu: Weissgold wird üblicherweise rhodiniert, damit es strahlend weiss wirkt. Wird diese Schicht nach Jahren erneuert, muss der Gelbgold-Anteil abgedeckt werden, sonst wäre er nicht mehr gelb. Das ist Routine, aber gut zu wissen. Wer es vermeiden möchte, verzichtet bewusst auf die Rhodinierung und nimmt den etwas wärmeren Eigenton in Kauf.
Wenn ein vorhandener Ring passt
Die Geschichte im Beitrag hat einen schönen Kern: Der Kunde beschrieb einen Ring, den ich kurz zuvor gefertigt hatte. Das kommt vor, weil Wünsche sich ähneln, und ich habe deshalb immer einige fertige Stücke im Atelier.
Für Sie heisst das: Fragen Sie nach, bevor Sie eine Anfertigung bestellen. Wenn etwas Passendes da ist, sparen Sie Wochen, und Sie können den Ring sofort anprobieren, was bei einer Anfertigung erst am Modell möglich ist.
Und wenn nichts passt, entsteht Ihr Ring nach Ihren Vorstellungen. Alles zum Ablauf auf meiner Seite zu Verlobungsringen.







