Mit zwei wunderschönen, kräftigen Rubinen suchte mich die Kundin in meinem Ladenatelier in Rorschach auf und bat mich, damit einen Ohrschmuck für Sie zu gestalten. Sie hatte anfänglich noch keine klaren Vorstellungen, wie das Ergebnis aussehen könnte. Wir machten uns gemeinsam auf die Suche. Ich zeigte verschiedene Modelle, skizzierte Ideen und so kreisten wir das Ziel immer stärker ein.
Es entstanden zwei Ohrsteckclips aus Weissgold, welche mit dem roten Rubin und je drei Brillanten, funkelnden Sternen gleich, besetzt wurden. Die Oberfläche ist sanft mattiert, der Rand hingegen edel glänzend.
Ohrsteckclips
Als Ohrsteckclips bezeichnet man die Mechanik, mit welcher der Ohrschmuck am Ohr befestigt wird. Es ist eine Kombination eines Ohrsteckers, welcher durch das Ohrloch gesteckt wird, und einem Clip, welcher für einen perfekten Sitz sorgt.
Vorteile dieser Technik: Ein höchst angenehmer Tragekomfort, ein bequemes Anbringen und ein zuverlässiger Schutz gegen Verlieren.
Rubin, der rote Korund
Rubin und Saphir sind mineralogisch dasselbe, nämlich Korund. Was sie unterscheidet, sind Spuren anderer Elemente: Chrom macht den Korund rot, dann heisst er Rubin. Alle anderen Farben laufen unter dem Namen Saphir.
Für Schmuck ist Korund ausgesprochen dankbar. Mit einer Härte von 9 nach Mohs ist er der zweithärteste Edelstein nach dem Diamanten, unempfindlich gegen Alltagschemie und praktisch unverwüstlich.
Was den Wert eines Rubins bestimmt, ist vor allem die Farbe, und zwar ihre Sättigung. Ein kräftiges, reines Rot ohne bräunlichen oder violetten Einschlag ist selten und entsprechend gesucht. Kleine Einschlüsse sind bei Rubinen dagegen normal und mindern den Wert weit weniger als bei einem Diamanten, weil völlig reine Rubine ausgesprochen selten sind.
Neben Weissgold wirkt Rot besonders klar, weil kein warmer Metallton den Farbeindruck verschiebt. In Gelbgold gefasst würde derselbe Stein wärmer und weniger klar erscheinen.
Was ein Ohrsteckclip ist
Diese Mechanik ist bei vielen unbekannt und aus meiner Sicht die beste Lösung für schwereren Ohrschmuck.
Ein normaler Ohrstecker wird durch das Ohrloch gesteckt und hinten mit einer kleinen Mutter gesichert. Das ganze Gewicht hängt dabei am Ohrloch. Ein Clip dagegen klemmt hinter dem Ohrläppchen, braucht kein Loch, sitzt aber weniger stabil.
Der Steckclip verbindet beides: Der Stift geht durch das Ohrloch und gibt die Position vor, der Clip legt sich dahinter an und trägt einen Teil des Gewichts. Daraus ergeben sich drei Vorteile: Das Stück sitzt gerade und kippt nicht nach vorne, das Ohrloch wird weniger belastet, und es kann nicht verloren gehen, weil zwei Mechanismen halten.
Bei diesen Ohrsteckclips ist der Clip von Hand gefertigt und nicht zugekauft, was bedeutet, dass die Federkraft auf das Stück abgestimmt ist.
Wenn Sie eigene Steine mitbringen
Das war hier der Ausgangspunkt, und es ist ausdrücklich willkommen. Wenn noch keine Vorstellung vom Ergebnis besteht, ist das kein Problem: Ich zeige Modelle, skizziere, und im Gespräch wird die Richtung klarer.
Was ich vorher prüfe: Sind die Steine unbeschädigt, passen sie zueinander in Farbe und Grösse, und ist die Grösse für die geplante Stelle sinnvoll? Bei einem Paar Ohrschmuck ist die Übereinstimmung der beiden Steine wichtiger als bei einem einzelnen Stück.
Weiteren Ohrschmuck finden Sie in meinem Schaufenster, und für eine eigene Anfertigung melden Sie sich bei mir.







