So unterschiedlich und vielfältig meine Textura-Kollektion heute ist, so facettenreich ist auch meine Kundschaft. Nur selten weiss das Paar von Anfang an, was für Eheringe sie sich wünschen. Vielmehr nähern wir uns im ausführlichen Gespräch den Wünschen und Vorstellungen an und entdecken dabei die für sie passenden Modelle. Auch bei diesem jungen Paar entwickelte sich mit der Zeit die genaue Vorstellung, wie ihre Trauringe aussehen sollen:
«Wild und dennoch fein, massiv und trotzdem komfortabel zu tragen, wuchtig und filigran zugleich.»
Wir wurden dann in meiner Textura-Kollektion fündig. Die Trauringe sind beide für sich allein einzigartig und trotzdem ist ihre Zusammengehörigkeit offensichtlich… ganz wie «Frau und Mann», bzw. «Braut und Brätigam».
Die Ringe wurden gefertigt aus 750er-Weissgold, die Oberfläche variiert zwischen eismatter Struktur und hochglänzenden Elementen. Damit die Ringe angenehm zu tragen sind, habe ich die Innenseite schön abgerundet (bombiert) und fein poliert.
Möchten Sie mehr über meine TEXTURA-Kollektion erfahren?
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Was «bombiert» bedeutet
Im Text oben steht, dass ich die Innenseite der Ringe abgerundet, also bombiert habe. Das ist ein Fachbegriff, der es wert ist, erklärt zu werden, denn er entscheidet mehr über den Tragekomfort als fast alles andere.
Ein Ring mit gerader Innenfläche hat zwei scharfe Innenkanten. Die drücken an der Seite des Fingers und dort, wo der Ring am Nachbarfinger anliegt. Bei einem schmalen Ring merkt man das kaum, bei einem breiten sehr wohl. Bombiert heisst, dass die Innenfläche gewölbt ist und die Kanten weggenommen sind. Der Ring liegt dann auf einer schmaleren Fläche auf, gleitet leichter über das Gelenk und fühlt sich weniger nach Fremdkörper an. Bei einem massiven Ring, der jeden Tag getragen wird, ist das für mich Pflicht und nicht Zusatz.
Nebenwirkung: Ein bombierter Ring braucht meist eine halbe bis eine Grösse weniger als ein gerader in derselben Breite. Auch deshalb nehme ich die Grösse lieber selbst und mit dem echten Profil.
Weissgold und die Frage der Rhodinierung
Weissgold ist eine Legierung aus Gold und einem weissmachenden Zusatz, heute meist Palladium. Früher nahm man Nickel, was bei vielen Menschen allergische Reaktionen auslöste. Auch mit Palladium bleibt Weissgold aber leicht warm im Ton, und darum wird es in der Bijouterie üblicherweise rhodiniert, also mit einer sehr dünnen Schicht Rhodium überzogen, die es strahlend weiss macht.
Diese Schicht ist der Punkt, an dem viele überrascht werden: Sie nutzt sich ab. Bei einem Ehering, der täglich getragen wird, sieht man das nach einigen Jahren, meist zuerst an der Unterseite. Der Ring ist dann nicht beschädigt, sondern zeigt einfach die Farbe des Materials darunter. Man kann ihn neu rhodinieren lassen, das ist eine überschaubare Arbeit und lässt sich wiederholen.
Wer das nicht möchte, hat zwei Alternativen. Entweder man verzichtet bewusst auf die Rhodinierung und nimmt den etwas wärmeren Ton in Kauf, was ich persönlich sehr schön finde. Oder man wählt Palladium oder Platin, die von Natur aus weiss sind und ihre Farbe behalten.
Eismatt neben Hochglanz
Die Oberfläche dieser Ringe wechselt zwischen eismatter Struktur und hochglänzenden Elementen. Dieser Wechsel ist kein Zufall, sondern der Grund, warum die Ringe wirken. Eine matte Fläche streut das Licht und wirkt ruhig, eine polierte spiegelt und zieht den Blick. Nebeneinander verstärken sie sich gegenseitig, und der Ring bekommt Tiefe, die eine einheitliche Oberfläche nicht hat.
Im Alltag verhalten sich die beiden unterschiedlich. Polierte Flächen bekommen feine Kratzer, die man vor allem im Sonnenlicht sieht. Matte Flächen werden mit den Jahren an den Berührungsstellen leicht glänzend. Beides gehört dazu, und beides lässt sich bei einer Auffrischung im Atelier wieder herstellen.







