Heute ist ein besonderer Tag. Vor genau zwei Jahren stand ich inmitten vieler lieben Menschen, mein Mann mir gegenüber. Es war der Tag, an dem wir uns trauten… trauten uns das Ja-Wort zu geben. Auch für uns ist der Ehering ein Symbol der Unendlichkeit der Liebe und erfreuen uns seitdem jeden Tag erneut über die besonderen Schmuckstücke.
Oft werde ich beim Beratungsgespräch gefragt, ob denn die gezeigten Ringe auch so schön bleiben würden. Ich entgegne da stets, dass jedes Schmuckstück mit der Zeit Spuren des Alltags zeigen werden. Genau wie auch jede Beziehung sich entwickelt, geprägt werden durch gemeinsame Erlebnisse und der Alltag seine Spuren hinterlässt, so darf auch ein Ring sich entwickeln und verändern. Jede Kerbe, jeder Kratzer – ja, all das macht unsere Ringe so einzigartig wie unsere Beziehung.
Ich freue mich, dass unsere Trauringe heute nicht mehr so makellos aussehen wie am Tag unserer Hochzeit. Denn sie sind der Beweis, dass unsere Liebe nicht stehen geblieben ist und sich stetig weiterentwickelt hat.
Was mit einem Ring über die Jahre passiert
Das ist die Frage, die mir in der Beratung am häufigsten gestellt wird, und die ehrliche Antwort lautet: Er verändert sich. Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt, hier die Unterschiede je nach Oberfläche.
Eine polierte Fläche bekommt feine Kratzer, die man vor allem im Sonnenlicht als Netz sieht. Nach einigen Jahren wirkt der Hochglanz matter. Das ist der Grund, warum ich bei einem Ring, der im Beruf viel abbekommt, nicht durchgehend Hochglanz empfehle.
Eine mattierte Fläche entwickelt sich in die andere Richtung: Sie wird an den Berührungsstellen leicht glänzend, während sie an geschützten Stellen matt bleibt.
Eine strukturierte Fläche altert am freundlichsten. Kratzer verschwinden im Muster, statt als Linien sichtbar zu bleiben, und die erhabenen Stellen werden mit den Jahren glänzend, was dem Ring mehr Tiefe gibt.
Bei einer Rhodinierung auf Weissgold nutzt sich die Schicht ab, zuerst an der Unterseite. Der Ring ist dann nicht beschädigt, er zeigt die Eigenfarbe der Legierung. Neu rhodinieren lässt sich beliebig oft.
Was sich auffrischen lässt und was nicht
Fast alles lässt sich auffrischen, und zwar mehrfach über die Jahrzehnte. Polieren, Mattierungen neu anlegen, Rhodinieren, Fassungen nachsehen: das ist Routine.
Grenzen gibt es dort, wo Material fehlt. Wenn ein Ring nach dreissig Jahren an der Unterseite dünn geworden ist, hilft Polieren nicht, dann muss Material zugesetzt werden. Und eine tiefe Kerbe lässt sich nur wegnehmen, indem man rundherum Material abträgt, was den Ring dünner macht. In solchen Fällen sage ich, dass weniger mehr ist.
Meine Empfehlung: Bringen Sie Ihre Ringe alle paar Jahre zu mir. Ich sehe die Fassungen nach, prüfe die Materialstärke und frische auf, was sinnvoll ist. Das ist deutlich günstiger, als eine Reparatur nach einem verlorenen Stein.
Warum ich Spuren nicht als Schaden sehe
Am Ring, den ich selbst trage, sehe ich es täglich: Er sieht nicht mehr aus wie am Hochzeitstag, und das ist mir lieber so. Ein Ring, der nach Jahren makellos ist, war die meiste Zeit in der Schublade.
Wenn Sie einen Ring möchten, an dem man die Jahre möglichst wenig sieht, wählen wir eine strukturierte Oberfläche und ein hartes Material. Wenn Sie einen wollen, der seine Geschichte zeigt, geht fast alles. Beides ist eine legitime Entscheidung, und ich frage danach, bevor wir die Oberfläche festlegen.
Welche Materialien und Oberflächen dabei zur Wahl stehen, finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.








Die Sonne strahlt heute fast so fest wie vor zwei Jahren, extra wieder für euch! Ich wünsche euch einen wuuuuunderschönen 2.Hochzeitstag!
Die Sonne strahlt heute fast so fest wie vor zwei Jahren, extra wieder für euch! Ich wünsche euch einen wuuuuunderschönen 2.Hochzeitstag!