Dieser Tage spricht die halbe Welt davon… Apple releaste die neue Version ihres Betriebssystem iOS. Für den Anwender bedeutete dies ein Gefühl, als hätte man ein neues Smartphone erhalten.
Ganz ähnlich dürfte es die Trägerin dieses Trauringes empfunden haben. Vor einigen Jahren schmiedete ich für das Paar zwei schöne, massive Eheringe aus Weissgold. Die Lust auf Neues, führte die Dame erneut in mein Ladenatelier nach Rorschach. Sie schilderte mir ihren Wunsch, ihren Ring nicht nur aufzufrischen, sondern irgendwie zu verändern, am liebsten mit etwas Dunklem und einem Brillanten, ohne aber, die Basis wesentlich zu verändern.
Im Gespräch tüftelten wir an verschiedenen Ideen und bald waren wir uns einig. Ein sogenanntes Triset sollte es werden. Damit meint man einen Trauring mit einem Beisteckring. Dieser Ring sollte sich nahtlos an den bestehenden Trauring angliedern. Das Funkeln des Brillanten wird durch die Verbindung mit Carbon speziell stark hervorgehoben.
Was ein Triset ist
Der Begriff ist im Handel nicht einheitlich, gemeint ist aber immer dasselbe: mehrere Ringe, die zusammen an einem Finger getragen werden und als Einheit wirken. Meist ist es die Kombination aus Verlobungsring, Trauring und einem dritten Ring, der später dazukommt.
Bei diesem Auftrag ging es um genau diesen dritten: Der bestehende Trauring bleibt unverändert, ein neuer Ring legt sich nahtlos daneben. Das hat gegenüber dem Umarbeiten des Originals einen entscheidenden Vorteil, denn der Ehering bleibt der Ehering. Er wird nicht verändert, nur ergänzt.
Warum «nahtlos» die eigentliche Arbeit ist
Zwei Ringe nebeneinander an einem Finger sehen selten von selbst gut aus. Damit sie als Einheit wirken, müssen drei Dinge zusammenpassen.
Die Berührungsflächen. Wenn beide Ringe aussen gewölbt sind, berühren sie sich nur auf einer Linie und kippen gegeneinander. Der Beisteckring muss deshalb an der Seite, die am Trauring anliegt, entsprechend abgeflacht oder angepasst sein. Dafür brauche ich den Originalring zum Anmessen, ein Foto genügt nicht.
Die Höhe. Stehen die beiden unterschiedlich hoch über dem Finger, entsteht eine Stufe, die man sofort sieht.
Die Ringgrösse. Zwei Ringe zusammen sitzen enger als einer, weil sie sich gegenseitig stützen und weniger nachgeben. Deshalb ist die Grösse des Beisteckrings nicht automatisch dieselbe wie die des Trauringes.
Carbon und Brillant an einem Weissgoldring
Der Wunsch war etwas Dunkles und ein Brillant, ohne die Basis zu verändern. Carbon ist dafür die konsequente Wahl: tiefschwarz, matt, und es bleibt schwarz, weil die Farbe im Material liegt und nicht in einer Beschichtung.
Der Effekt auf den Stein ist der eigentliche Gewinn. Ein Brillant auf hellem Weissgold hat wenig Kontrast, derselbe Stein neben oder auf Carbon wirkt deutlich heller, weil das Auge den Unterschied zum dunklen Grund liest. Das ist derselbe Grund, warum Juweliere Steine auf schwarzem Samt zeigen.
Ein Punkt gehört dazu: Bei einem Ring mit Carbon lässt sich die Grösse später praktisch nicht mehr ändern. Beim Beisteckring ist das besonders zu bedenken, weil er zum vorhandenen Ring passen muss. Mehr dazu in Ring zu gross oder zu klein?
Wenn Sie einen vorhandenen Ring ergänzen möchten, bringen Sie ihn mit. Melden Sie sich bei mir.








