Es gibt Aufträge, welche mich persönlich sehr berühren. Mit ganz konkreten Vorstellungen kamen zwei Söhne zu mir, welche für Ihre erkrankte Mutter ein ganz besonderes Geschenk zum 60. Geburtstag wünschten: Einen formschönen Anhänger, der eine Art Engel zeigt.
Doch es sollte ein besonderer Engel sein, einzigartig und Ausdruck grosser Liebe zwischen Kind und Mutter. Zwei funkelnde Diamanten unterstreichen diese tiefe Symbolkraft als Sinnbild der beiden Söhne.
Mit einer schönen Skizze gelangten die Söhne zu mir und in meinem Atelier schuf ich dann diesen besonderen Anhänger.
Ich arbeitete an diesem Anhänger mit grosser Freude, im Wissen, dass er noch viel mehr Freude bereiten wird und der Mutter viel Kraft für ihre schwere Lebensphase verleihen wird. Nach den Skizzen der Söhne formte ich den «Mamengel» aus Gelbgold, vollendete ihn mit einem sorgfältigen Spiel zwischen mattierter und hochglanzpolierter Oberfläche und fasste die beiden Diamanten.
Eines weiss ich sicher: Dieses wunderbare Schmuckstück ist und bleibt ein Einzelstück. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass der Engel meine positiven Gefühle und Gedanken weiterträgt und der Familie Hoffnung und Kraft verleiht.
Wenn zwei Diamanten für zwei Menschen stehen
Bei einem Stück, dessen Symbolik von der Anzahl abhängt, ist die Anordnung der Steine wichtiger als ihre Grösse.
Zwei Steine sind gestalterisch die schwierigste Zahl, weil zwei gleiche Punkte immer eine Achse bilden und damit eine Symmetrie erzwingen. Setzt man sie nebeneinander, wirkt es wie ein Paar Augen. Setzt man sie versetzt, verliert man die Gleichwertigkeit, und bei zwei Söhnen ist die Gleichwertigkeit die Aussage.
Was funktioniert, ist eine Anordnung, bei der beide Steine denselben Bezug zur Form haben, ohne genau gegenüber zu liegen. Dann sind sie gleichwertig, ohne dass eine starre Achse entsteht.
Nach der Skizze eines Laien arbeiten
Die Söhne kamen mit einer Skizze, und das ist der beste Ausgangspunkt, den ich mir wünschen kann, auch wenn eine Laienzeichnung nie eine Werkstattvorlage ist.
Was ich aus einer Skizze lese, sind nicht die Linien, sondern die Absicht. Welche Proportion ist gewollt? Wo liegt der Schwerpunkt der Form? Was ist Beiwerk und was das Wesentliche? Diese Fragen stelle ich, und dann zeichne ich neu, mit den Anpassungen, die das Material verlangt: kräftigere Stellen dort, wo Kraft wirkt, verrundete Kanten, eine Öse, die das Stück gerade hängen lässt.
Wichtig ist mir dabei, dass die Zeichnenden ihr Stück wiedererkennen. Eine Umsetzung, die technisch besser und im Charakter fremd ist, wäre keine gute Arbeit.
Mattiert neben hochglanzpoliert
Bei einem Motiv wie einem Engel entscheidet die Oberfläche darüber, ob es kitschig wirkt oder nicht.
Durchgehend hochglanzpoliert wird jedes Motiv süsslich, weil der Glanz Aufmerksamkeit auf sich zieht und von der Form ablenkt. Durchgehend mattiert wirkt es flach. Das Zusammenspiel gibt dem Stück Plastizität: Die matten Flächen tragen die Form, die polierten setzen Licht.
Bei Gelbgold ist dieser Kontrast besonders wirksam, weil poliertes Gelbgold kräftig spiegelt, während mattiertes fast samtig wirkt.
Wenn Sie ein Stück mit einer eigenen Bedeutung planen, bringen Sie Ihre Skizze mit, auch wenn sie auf einem Zettel steht. Melden Sie sich bei mir.








