Vor einiger Zeit durfte ich für ein frisch verliebtes, sehr sympathisches Paar Freundschaftsringe in Palladium und Rotgold anfertigen. Die Brillanten für den Damenring entnahmen wir aus einem bestehenden Pneuring, der im Laufe der Zeit sichtlich Spuren abbekommen hatte und darum sehr verschlagen war.
Einige Zeit kontaktierte mich die Kundin erneut und fragte, ob ich passend zu ihren Freundschaftsringen einen schmucken Herrenanhänger für ihren Liebsten designen könnte. Der freudige Anlass sei die bevorstehende Hochzeit, an welcher sie ihren zukünftigen Ehemann überraschen möchte.
Mit grosser Motivation machte ich mich ans Zeichnen und nach kurzem Mailverkehr wurden wir uns hinsichtlich Gestaltung und Grösse einig. Es ist immer wieder schön zu erkennen, dass man mit der Zeit ein Gespür für einander entwickelt. Das macht die kreative Arbeit etwas einfacher. Schon bald konnte ich mit grosser Freude mitteilen, dass der Anhänger nun abholbereit sei.
Nun ist das Paar bereits seit einigen Monaten verheiratet. Ich wünsche den Lieben alles Gute und viel Freude mit Ihren speziellen Schmuckstücken.
Hier noch eine Skizze aus dem Entstehungsprozess:
Ein Stück, das zu vorhandenem passen soll
Wenn ein neues Stück zu bereits vorhandenem gehören soll, ist die naheliegende Lösung, das Motiv zu übernehmen. Bei einem Anhänger für einen Mann, der zu Ringen passen soll, ist das meist die schlechtere Wahl.
Ein Anhänger, der die Ringform verkleinert wiederholt, wirkt zusammen mit ihnen wie ein Set aus dem Katalog. Und was an einem Ring gut aussieht, funktioniert am Hals nicht automatisch: Der Ring wird von oben gesehen und ist schmal, der Anhänger hängt frei und darf grösser sein.
Was besser funktioniert: dasselbe Material, dieselbe Oberflächenbehandlung, eine eigene Form. Dann gehören die Stücke sichtbar zusammen und stehen trotzdem für sich.
Palladium und Rotgold sind für diese Aufgabe dankbar, weil der Farbkontrast von kühl zu warm klar erkennbar ist und sich in jeder Form wiederholen lässt.
Was ein Pneuring ist
Der Beitrag erwähnt einen Pneuring, aus dem die Brillanten entnommen wurden, und der Begriff verdient eine Erklärung.
Gemeint ist ein Ring mit einer breiten, umlaufend gerillten oder gerippten Oberfläche, die an einen Reifen erinnert. Solche Ringe waren zeitweise sehr verbreitet. Ihr Problem im Alltag: Die vielen Kanten fangen Stösse ab, weshalb sie nach Jahren stark verschlagen wirken, wie es im Text steht. Auffrischen ist aufwändig, weil man jede Rille einzeln nacharbeiten müsste.
Bei einem solchen Ring lohnt sich das Ausfassen der Steine deshalb besonders. Die Brillanten sind unversehrt, der Ring hat seine Form verloren.
Eine Anfertigung über E-Mail
Wie im Text steht, entstand dieser Anhänger über Skizzen und einen kurzen Mailwechsel, und das geht bei einem Anhänger gut, weil keine exakte Grösse nötig ist.
Was auf Distanz funktioniert: Anhänger, Ketten und Ohrschmuck. Was ich lieber vor Ort mache, sind Ringe, wegen des Masses. Und bei einem Ring mit Fingerabdruck geht es nicht anders, dafür brauche ich Ihre Hände.
Wenn Sie ein Stück als Überraschung planen, sagen Sie es mir. Dann achte ich darauf, dass keine Nachricht an die falsche Adresse geht. Melden Sie sich bei mir.








