Völlig fasziniert war ich ob den Tahiti-Keshi-Perlen, welche mir mein Perlenhändler zeigte. Sofort hatte ich eine Idee, wie ich diese aussergewöhnlichen Perlen zu einem einzigartigen Schmuckstück kombinieren konnte: So reihte ich die Perlen dann alsbald zu einer harmonischen Kette, ab und an fügte ich ein handgemachtes «Goldnugget» als Blickfang hinzu.
Tahiti-Keshi-Perlen sind ein Nebenprodukt von Zuchtperlen. Diese bilden sich ungeplant und sind kernlos. Daher werden sie im strengen Sinne auch als Naturperlen bezeichnet. Sie haben ein breites Farbspektrum und ihre Formen sind unterschiedlich wie Fingerabdrücke. Keine Perle ist wie die andere.
Warum Keshi-Perlen kernlos sind
Bei einer normalen Zuchtperle setzt man der Muschel einen runden Kern aus Muschelschale ein, um den sie dann Perlmutt ablagert. Eine Keshi-Perle entsteht, wenn das schiefgeht: Die Muschel stösst den Kern ab, bildet aber trotzdem weiter Perlmutt. Was bleibt, ist eine Perle, die durch und durch aus Perlmutt besteht.
Genau das macht sie interessant. Bei einer Perle mit Kern ist die Perlmuttschicht je nach Zuchtdauer nur einen halben bis zwei Millimeter dick. Eine Keshi-Perle ist massives Perlmutt, und das sieht man: Der Lüster wirkt tiefer, weil das Licht durch viele Schichten dringt und nicht nach kurzer Strecke auf einen Kern trifft.
Der Preis dafür ist die Form. Ohne Kern gibt es nichts, was die Perle rund hält, weshalb Keshi-Perlen barock, flach oder ganz unregelmässig ausfallen. Für ein Collier, das nicht wie eine Reihe gleicher Kugeln aussehen soll, ist das kein Mangel, sondern der Reiz.
Wie man solche Perlen zu einer Kette macht
Bei ungleichen Perlen ist das Aufreihen die eigentliche Arbeit. Eine Reihe identischer Kugeln fügt sich von selbst, unterschiedliche Formen muss man sortieren, bis das Ganze ruhig wirkt: Grösse, Farbton, Richtung der Wölbung. Man legt sie mehrmals um, betrachtet sie aus Abstand und beginnt wieder von vorne.
Die handgemachten Goldnuggets erfüllen dabei eine Aufgabe, die über die Optik hinausgeht. Sie unterbrechen die Reihe, geben dem Auge Haltepunkte und nehmen der Kette die Gleichförmigkeit. Zugleich schaffen sie Abstand zwischen einzelnen Perlen, was das Aneinanderreiben verringert. Perlmutt ist weich, und aneinanderstossende Perlen werden mit den Jahren stumpf.
Pflege
Perlen sind der empfindlichste Schmuck, den ich verarbeite. Perlmutt wird von Säure angegriffen, deshalb gilt: Perlen kommen zuletzt an und zuerst ab, nach Parfum und Creme. Nach dem Tragen mit einem weichen, leicht feuchten Tuch abwischen, denn Hautschweiss ist leicht säurehaltig. Ultraschallbäder und Schmuckreiniger sind tabu.
Eine geknotete Perlenkette sollte man alle paar Jahre neu fädeln lassen, weil der Seidenfaden ermüdet. Bringen Sie sie mir, bevor sie reisst, das ist die günstigere Reihenfolge. Weitere Perlenarbeiten finden Sie in meinem Schaufenster für Halsschmuck.








