Als der Kunde mir sein Vorhaben schilderte, überkam mich zuerst eine gewisse Skepsis. Ein schwarzer Brillant sollte es sein, der in einem Carbonring seinen Platz fände. Das Ganze ausgearbeitet als Solitär, der mit einem romantischen Heiratsantrag die Dame seines Herzens fortan schmücken sollte.
Schwarz auf schwarz – zuerst ein schräger Gedanke. Doch als ich meine Vorstellungskraft bemühte und mich mit dem Wunsch eingängig befasste, erkannte ich schnell, dass dies eine wunderbare und aussergewöhnliche Kombination sein würde. Als Knacknuss stellte sich dann aber die Frage nach der Ringgrösse heraus. Bei einem Carbonring lässt sich die Grösse naturgemäss nicht ändern, so war es unablässig, dass der Kunde die richtige Grösse der künftigen Trägerin ermittelte. Unter einem Vorwand schaffte er es und ich konnte mich ans Werk machen. Schon bald durfte ich dann voller Vorfreude das schmucke Stück dem sympathischen Heiratswilligen überreichen.
Inzwischen erfuhr ich übrigens, dass er mit seinem Vorhaben vollends «ins Schwarze getroffen» hat und seine Angebetete ihm ihr Herz versprach. Ich wünsche den Beiden alles erdenklich Gute für ihre gemeinsame Zukunft und bin ein klein wenig stolz darauf, dass ich etwas zu dieser Erfolgsgeschichte beitragen durfte.
Warum Schwarz auf Schwarz funktioniert
Die Skepsis im Beitrag ist verständlich, und die Auflösung liegt darin, dass es zwei völlig verschiedene Schwarztöne sind.
Carbon ist matt und tief. Es besteht aus Kohlenstofffasern in Harz, und seine Oberfläche streut das Licht, weshalb es dunkel und ruhig wirkt. Ein schwarzer Brillant dagegen ist facettiert und hochglanzpoliert. Er ist nicht durchgefärbt, sondern so dicht mit dunklen Einschlüssen durchsetzt, dass kaum Licht hindurchkommt, was ihm einen harten, fast metallischen Oberflächenglanz gibt.
Nebeneinander ergibt das keinen Farbkontrast, sondern einen Glanzkontrast: matt gegen spiegelnd. Das ist subtiler als hell gegen dunkel und wirkt dadurch erwachsener. Wer einen Solitär möchte, der nicht wie ein Solitär aussieht, findet hier die Antwort.
Ein Punkt zur Vorsicht: Schwarze Diamanten sind so hart wie andere, wegen der vielen Einschlüsse aber spröder. Beim Fassen braucht es mehr Zurückhaltung, und der Stein sollte geschützt sitzen.
Die Ringgrösse bei einem Carbonring
Das war die eigentliche Schwierigkeit, und der Beitrag benennt sie richtig: Bei einem Ring mit Carbon lässt sich die Grösse später praktisch nicht ändern. Dehnen und stauchen funktioniert nicht, weil das Carbon nicht mitgeht, und Material einzusetzen würde es durchtrennen.
Bei einem Überraschungsantrag heisst das: Die Grösse muss vorher stimmen, und es gibt keine Korrektur danach.
Wie man sie herausbekommt, ohne zu fragen: Am besten bringen Sie mir einen Ring mit, den sie am Ringfinger trägt, ich messe ihn aus und gebe ihn gleich wieder mit. Falls das nicht geht, legen Sie den Ring auf ein Blatt Papier und zeichnen die Innenkante mit einem spitzen Stift nach, oder drücken ihn in ein Stück Seife.
Bei jedem anderen Material könnten wir im Zweifel etwas grösser wählen und später anpassen. Bei Carbon rate ich in diesem Fall zu einem Material, das Korrekturen zulässt, wenn die Grösse wirklich unsicher ist. Mehr dazu auf meiner Seite zu Verlobungsringen.
Was Carbon im Alltag leistet
Federleicht, tiefschwarz und farbbeständig, weil die Farbe im Material liegt und nicht in einer Beschichtung. Für jemanden, der noch keinen Ring getragen hat, ist das Gewicht ein echter Vorteil.
Zur Pflege: warmes Wasser und ein weiches Tuch. Polierpaste und starke Lösungsmittel halten Sie von der Carbonfläche fern. Weitere Materialkombinationen finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen.








Guten Abend Frau Angehrn meiner Freundin und mir gefällt dieser Ring unwahrscheinlich gut.