Normalerweise besuchen mich die Pärchen viele Wochen oder Monate vor ihrem grossen Tag. Sie können es oft kaum erwarten, bis sie von mir den Bescheid erhalten, dass ihre Eheringe fertig und abholbereit sind und kommen meist umgehend vorbei. So kommt es, dass ich die Brautpaare eigentlich nie am Tag ihrer Hochzeit zu Gesicht kriege.
Doch letzten Samstag feierte ich Premiere: Ein paar Minuten vor Zwölf stürmte ein perfekt gestylter Bräutigam in mein Atelier um seine Trauringe abzuholen. Nur wenige Minuten später sollte er mit seiner Braut auf dem Zivilstandsamt sein Ja-Wort geben. Trotz aller Eile reichte die Zeit noch für einen schnellen Schnappschuss.Wer weiss, vielleicht ist das der Anfang eines neuen Trends? 😉
Ich wünsche den beiden für ihren gemeinsamen Weg alles Gute und hoffe, dass ihnen meine Ringe ein ganzes Leben lang viel Freude bereiten.
Wie viel Zeit Sie einplanen sollten
Die Geschichte in diesem Beitrag ist gut ausgegangen, und ich empfehle sie trotzdem nicht zur Nachahmung. Deshalb hier die Zeiten, mit denen Sie rechnen sollten.
Für ein Paar Ringe brauche ich ab dem Zeitpunkt, an dem alles festgelegt ist, einige Wochen. Davor liegen aber die Schritte, die man leicht unterschätzt: das erste Gespräch, die Skizze, das Wachsmodell, der zweite Termin zum Anprobieren und meist eine Anpassung. Wer schnell entschlossen ist, kommt in etwa sechs bis acht Wochen durch, wer sich Zeit nehmen will, sollte deutlich mehr rechnen.
Meine Empfehlung: zwei bis drei Monate vor der Hochzeit zum ersten Beratungsgespräch. Dann arbeiten wir ohne Druck, und es bleibt Raum für die Idee, die oft erst beim zweiten Termin kommt.
Warum Eile die Möglichkeiten einschränkt
Wenn die Zeit knapp ist, geht es meist trotzdem, aber nicht alles.
Was schnell geht: einfache Profile in gängigen Materialien, ohne Steinbesatz, ohne aufwändige Oberfläche. Was Zeit braucht: alles Mehrteilige, Steinbesatz, Handgravur, plastische Fingerabdrücke. Ein Ring mit Fingerabdruck lässt sich nicht in einer Woche machen, weil wir die Abdrucknahme üben und das Modell entstehen muss.
Und ein Punkt, der bei Eile am häufigsten schiefgeht: die Ringgrösse. Wenn keine Zeit für ein Modell zum Anprobieren bleibt, steigt das Risiko, dass der Ring nach der Hochzeit angepasst werden muss. Bei Carbon oder Titan ist das später kaum möglich.
Wenn es doch knapp wird
Sagen Sie es mir gleich beim ersten Termin, dann plane ich anders. Manchmal lässt sich ein Arbeitsschritt vorziehen, manchmal wähle ich ein Material, das schneller zu bearbeiten ist.
Und es gibt die Lösung, die ich in solchen Fällen gerne vorschlage: einfache Ringe für die Trauung, und das eigentliche Paar entsteht danach in Ruhe. Viele Paare finden das im Rückblick sogar schöner, weil der Ring dann nicht unter Zeitdruck entstanden ist.
Alles zum Ablauf finden Sie auf meiner Seite zu Trauringen. Für einen Termin melden Sie sich bei mir.








Haha dä hammer!
Hoffentlich isch d’Ehe nöd nur „fünf vor Zwölf“! 🙂