An der WUGA, der hiesigen Weihnachts- und Gewerbeausstellung in Goldach, präsentierte ich letzten Winter zusammen mit meinem Verlobten unser Schaffen. Ich demonstrierte an meinem Goldschmiedearbeitsplatz verschiedene Techniken meines Handwerks. So zeigte ich, wie aus einem Silberdraht mit viel Geduld und Geschick eine handgemachte Königskette entsteht.
Zuerst wickelte ich den Draht um eine Spindel zu einer Art Spiralfeder. Rund 3 Meter Silberdraht habe ich so vorbereitet. Danach durchsägte ich mit einem ganz feinen Sägeblatt die Spirale. Das Ergebnis waren unzählige, offene Ösen. In einem streng vorgegebenen System reihte ich diese nun minuziös ineinander und biegte die Enden genau zusammen. Jede einzelne Öse verlötete ich dann mit Silberlot. Ein dekorativer und kräftiger Karabinerverschluss vervollständigte dann die Königskette zum Armband. Um dem Schmuckstück einen seidenmatten Glanz zu verleihen, sandstrahlte ich es beim Finish.
Leider werden heutzutage immer seltener Ketten selbst von Hand hergestellt. Der Aufwand für dieses traditionelle Handwerk ist verhältnismässig gross und sehr oft wird dieser von den Kunden gar nicht wahrgenommen. Stattdessen entscheiden sich viele für industriell hergestellte Ketten, welche naturgemäss günstiger sind, dafür aber auch nicht die Ausstrahlung eines Unikates aufweisen. Es freut mich daher besonders, dass dieses schmucke Bracelet bereits eine neue Besitzerin gefunden hat.
Wie eine Königskette entsteht
Der Beitrag beschreibt den Ablauf, und er lohnt eine Einordnung, weil er zeigt, warum handgemachte Ketten so selten geworden sind.
Der Draht wird um eine Spindel gewickelt, wodurch eine lange Spirale entsteht, ähnlich einer Feder. Diese Spirale wird längs durchgesägt, mit einem sehr feinen Sägeblatt, und dabei fällt jede Windung als offene Öse ab. Aus drei Metern Draht werden so mehrere Hundert gleiche Ringe.
Danach kommt die eigentliche Arbeit: Die Ösen werden nach einem festen Schema ineinandergereiht, und die Königskette hat dabei ein besonders dichtes Muster, bei dem jede Öse mit mehreren Nachbarn verbunden ist. Deshalb wirkt sie voll und rund und nicht flach wie eine einfache Gliederkette.
Und dann wird jede einzelne Öse verlötet. Das ist der Punkt, an dem sich Handarbeit von Serienware trennt: Bei einer verlöteten Kette kann sich kein Glied unter Zug öffnen. Bei einer nicht verlöteten ist jede Öse eine mögliche Schwachstelle.
Warum das Löten so heikel ist
Beim Löten einer Kette muss man mehrere Hundert Male dieselbe Arbeit machen, und jedes Mal darf das Lot nur an einer Stelle fliessen.
Die Gefahr ist, dass Lot in ein Nachbarglied läuft und zwei Ösen zusammenbackt. Dann ist die Kette an dieser Stelle steif, und man muss sie öffnen und neu machen. Deshalb arbeitet man mit sehr kleinen Lotmengen und sehr kurzer Hitze, und deshalb dauert es.
Bei einer langen Kette summiert sich das zu vielen Stunden, ohne dass man es dem fertigen Stück ansieht. Genau das meint der Beitrag mit dem Aufwand, der oft nicht wahrgenommen wird.
Warum sandgestrahlt und nicht poliert
Beim Finish wurde das Armband sandgestrahlt, was ihm einen seidenmatten Glanz gibt, und das ist bei einer Königskette eine kluge Entscheidung.
Eine polierte Kette spiegelt an jedem Glied in eine andere Richtung, was unruhig wirkt und die Struktur schwer erkennbar macht. Sandgestrahlt streut die Oberfläche das Licht gleichmässig, und die Gliederung tritt hervor. Man sieht dann, was die Arbeit war.
Praktisch hat es einen weiteren Vorteil: Auf einer matten Fläche fallen die feinen Kratzer, die ein Armband unweigerlich bekommt, weit weniger auf. Zum Nachpolieren bringen Sie es zu mir, ein Silbertuch würde die Mattierung an den erhabenen Stellen abnehmen.
Weitere Ketten finden Sie in meinem Schaufenster für Halsschmuck.








Wow! Da steckt eine Menge Arbeit drin, doch dafür sieht die Kette auch toll aus 🙂
Hallo 🙂
ich bin gerade auf der Suche nach einem passenden Design für unsere Eheringe auf diese Seite gestoßen und freue mich, hier eine Drahtarbeit im Byzantinermuster zu finden.
Viele stellen das wirklich nicht mehr her, aber ich gehöre noch zu diesen wenigen. Wenn ich das auch nur im Hobbybereich mache und von Verlötungen nur träumen kann – diese Armbänder erfreuen sich doch sehr großer Beliebtheit und ich selbst finde sie schlicht und einfach schön.
Liebe Grüße von einer Hobby-Drahtschmuck-Herstellerin aus Deutschland
Jana
P.S. Meine Homepage ist derzeit noch direkt zum Shop bei Dawanda.de verlinkt, vielleicht ist es ja einen Besuch wert?