Die Natur bietet so viele wunderschöne Dinge, es wäre schade, wenn man sie nicht entdecken würde.
Lange hegte ich die Idee, besondere Oberflächen, welche man in der Natur findet, auf meine Schmuckstücke zu übertragen. Da kam mir meine grosse Experimentierfreude und mein Durchhaltewillen zugute. In unzähligen Stunden arbeitete ich an verschiedensten Methoden, wie man Oberflächenstrukturen z.B. auf einen Ring bringen kann. Manchmal kam ich dem Ziel etwas näher, dann erlitt ich wieder Schiffbruch. Mit jedem Versuch jedoch wuchs die Erfahrung, die Ideen und Wege konkretisierten sich und jetzt darf ich stolz berichten: «Das Experiment ist geglückt!»
Und nun dürfen Sie raten! Was glauben Sie, hat für diesen einmaligen Ring «Modell» gestanden?
Ihre Vermutungen nehme ich gerne in der Kommentarfunktion entgegen… viel Spass beim Rätseln.
Warum es so viele Versuche brauchte
Dieser Beitrag steht am Anfang dessen, was später meine Textura-Linie geworden ist, und er erwähnt den Schiffbruch. Der gehört dazu, deshalb hier, woran es scheitert.
Der erste naheliegende Weg ist das direkte Abformen: die Naturoberfläche in Wachs oder Silikon abnehmen und über ein Modell ins Metall übertragen. Das funktioniert technisch und sieht an einem flachen Stück gut aus. An einem gewölbten Ring wirkt es wie aufgeklebt, weil die Struktur nicht dorthin gewachsen ist. Sie hat ihre eigene Richtung, und der Ring hat eine andere.
Der zweite Weg ist das Einschlagen mit Punzen. Damit lassen sich Vertiefungen setzen, das Ergebnis wird aber schnell regelmässig und wirkt gemustert statt gewachsen. Unser Auge erkennt Wiederholung sofort.
Was schliesslich funktioniert hat, ist ein Vorgehen in mehreren Durchgängen, bei dem die Struktur von Hand entwickelt wird und der Form des Ringes folgt: dichter, wo sich das Material wölbt, auslaufend, wo der Ring schmaler wird. Das dauert länger und sieht nach nichts Gemachtem aus, und genau das war das Ziel.
Was ein Vorbild mitbringen muss
Nach vielen Versuchen weiss ich ziemlich genau, welche Naturoberflächen sich übertragen lassen.
Sehr feine Strukturen fallen aus, weil das Metall an den Spitzen nicht scharf ausformt. Sehr tiefe schwächen den Ring, wenn er nicht kräftig genug ist. Und Strukturen mit einer klaren Richtung, etwa parallele Rillen, wirken an einem geschlossenen Ring unruhig, weil die Richtung irgendwo umschlagen muss.
Gut funktionieren Strukturen ohne Vorzugsrichtung: Narben, Poren, Krusten, Rindenmuster, aufgesprungene Erde. Sie lassen sich rundum führen, ohne dass eine Naht entsteht.
Der Nebeneffekt, der zum Hauptargument wurde
Angefangen hat es als gestalterische Idee, und im Alltag zeigte sich ein praktischer Vorteil, der heute für viele der Grund ist: Auf einer strukturierten Oberfläche verschwinden Gebrauchsspuren im Muster, statt als Linien sichtbar zu bleiben.
Ein polierter Ring zeigt nach zwei Jahren jeden Kratzer, ein strukturierter altert ruhiger. Die erhabenen Stellen werden durch Berührung leicht glänzend, die Vertiefungen bleiben matt, und der Ring bekommt dadurch mehr Tiefe.
Was daraus geworden ist, sehen Sie im Schaufenster der Textura-Collection.








Ich würde sagen, Model gestanden hat die Schale der Litschi.
Sehr schöner Ring !!