Meine Kundin träumte seit langer Zeit von einem harmonisch aufeinander abgestimmten Set von Collier, Ohrschmuck und Fingerring in Weiss. So besuchte sie mich bereits mit vagen Vorstellungen in meinem Ladenatelier. In unserem Gespräch fanden wir viele Ideen und Möglichkeiten und sie verabschiedete sich mit einer Fülle an Eindrücken.
Einige Zeit später suchte sie mich erneut auf… jetzt mit einer genauen Vorstellung und entsprechenden Bleistift-Entwürfen. Noch nicht im Klaren war sie sich jedoch über die Oberflächenbeschaffenheit und ich illustrierte ihr verschiedene Varianten anhand von Modellen und Mustern. Sie erfuhr in unserem angeregten Beratungsgespräch die Unterschiede von hochglanzpolierten, mattierten, eismatten und einer ganz besonderen Oberfläche, dem Hammerschlag. Für mich ist diese Bearbeitungsmethode deswegen speziell, da darin mein geliebtes Goldschmiedehandwerk in seiner ursprünglichen Form symbolisiert wird.
So arbeitete ich dann viele Stunden an den Objekten und freute mich auf den Moment, in welchem ich die Schmuckstücke der Kundin präsentieren durfte.
Das Set im Detail:
Collier aus 23 Teilen in drei verschiedenen Oberflächenbeschaffenheiten, aufgezogen auf einer 5-fachen Edelstahl-Saite.
Der Ohrschmuck besteht aus mehreren, frei beweglichen Dreiecken aus Silber, jeweils unterschiedlich bearbeitet und rhodiniert. Diese Veredelungsmethode verhindert das allseits bekannte «Anlaufen» (Sulfidieren) von Silber.
Der Fingerring zeigt ebenfalls die Hammerschlag-Technik und wird begleitet von matten und polierten Elementen.
Dieses Beispiel illustriert, wie aus einer ersten, ungefähren Idee im Gespräch eine konkrete Vorstellung und dann im Goldschmiedekunsthandwerk zur endgültigen Kollektion vollendet wird.
Wenn also auch Sie eine Schmuckidee mit sich herumtragen und bislang nicht fündig geworden sind, so wagen Sie doch einen Besuch in meinem Ladenatelier.
Vier Oberflächen im Vergleich
Im Beratungsgespräch ging es hier um die Oberflächen, und weil das eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt ist, hier die Unterschiede.
Hochglanzpoliert spiegelt gerichtet. Die Fläche ist mal hell, mal dunkel, je nach Stellung, und sie zieht den Blick. Sie zeigt aber jeden Kratzer, besonders im Sonnenlicht.
Mattiert streut das Licht und bleibt gleichmässig. Sie wirkt ruhig und verzeiht Gebrauchsspuren deutlich besser.
Eismatt ist eine feinere, kristalline Variante des Mattierens. Sie wirkt heller als eine einfache Mattierung, weil die Oberfläche viele kleine Reflexe hat, ohne zu spiegeln.
Hammerschlag ist die einzige der vier, die nicht nur die Oberfläche verändert, sondern die Form. Das Metall wird mit dem Hammer bearbeitet, wodurch flache Dellen entstehen, die Licht in alle Richtungen brechen. Für mich ist es die Oberfläche, in der das Handwerk am deutlichsten sichtbar wird, denn jede Delle ist ein Schlag, den jemand geführt hat.
Ein Collier aus 23 Teilen
Die Zahl sagt etwas über den Aufwand. Jedes Teil ist einzeln gefertigt, in Form gebracht und behandelt, und in diesem Fall in drei verschiedenen Oberflächen, was bedeutet, dass jedes Teil einer Gruppe zugeordnet und entsprechend bearbeitet wurde.
Bei einem Collier aus vielen Teilen entscheidet die Reihenfolge über die Wirkung. Drei Oberflächen gleichmässig abwechselnd ergeben ein Muster, was schnell mechanisch aussieht. Ungleichmässig verteilt wirkt es lebendig, verlangt aber, dass man mehrmals auslegt und aus Abstand betrachtet.
Aufgezogen ist alles auf einer fünffachen Edelstahlsaite. Mehrere feine Drähte statt eines geben etwas mehr Präsenz und sind ausgesprochen reissfest.
Frei bewegliche Elemente am Ohr
Der Ohrschmuck besteht aus mehreren beweglichen Dreiecken, und das ist bei Ohrschmuck eine kluge Lösung: Bewegliche Teile fangen bei jedem Schritt anders Licht, ein starres Stück nicht.
Konstruktiv braucht das Verbindungen mit genügend Spiel, die nicht klappern und nicht scheuern. Und die Balance muss stimmen, damit das Stück gerade hängt und sich nicht wegdreht.
Rhodiniert sind alle Teile, was das Anlaufen von Silber verhindert. Was Sie dazu wissen sollten: Die Schicht ist dünn und nutzt sich mit den Jahren ab. Neu rhodinieren lässt sich beliebig oft, und keine Polierpaste darauf.
Wenn Sie eine Schmuckidee mit sich herumtragen, melden Sie sich bei mir.









